Apollo 15 mit Luna Rover auf dem Mond

50 Jahre Mondlandung Nasivin für NASAs Nasen

von Stephanie Tantius

Stand: 27.06.2019, 09:43 Uhr

Die Nasen waren einfach dicht. Bei ihrem Flug durch das All hatten sich die drei Astronauten der Apollo 7 eine dicke Erkältung zugezogen. Das sollte der Apollo 11 auf ihrer Reise zum Mond nicht passieren. Bei der ersten Mondlandung vor 50 Jahren blieben die Nasen frei - auch dank deutscher Hilfe.

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Obwohl unnötiger Ballast vermieden werden sollte, war Nasivin-Nasenspray der Firma Merck diesmal mit in der Bordapotheke als - wenig später nach Apollo 7 - die ersten Astronauten mit Apollo 11 zum Mond flogen. Denn nur der abschwellende Wirkstoff, den Merck einige Jahre zuvor entwickelt hatte und der dann im Nasenspray Nasivin zum Einsatz kam, erfüllte alle von der NASA gewünschten Kriterien. Warum der Aufwand?

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Schnupfen im All ist deutlich unangenehmer als Schnupfen auf der Erde. Die Schwerelosigkeit erschwert das Abfließen des Sekrets. Und falls die Nase dann doch auch trotz des Sprays aus Darmstadt verschlossen geblieben wäre und dies zu Kopfschmerzen im All geführt hätte, hätte ein Produkt aus Leverkusen zur Linderung beigetragen: Vorsichtshalber nahmen Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins auch das Schmerzmittel Aspirin der Bayer AG mit.  

Eine halbe Milliarde Zuschauer sehen live zu

Die erste Landung auf dem Mond von zwei Menschen war die Sensation im Jahr 1969. Etwa 600 Millionen Zuschauer verfolgten dieses Ereignis live vor ihren Fernsehern. Fernsehkameras waren am Fuß der Landefähre angebracht. Fotos vom Mond gingen um die Welt. 

Die Foto- und Filmkameras kamen zwar aus Schweden und Amerika, nicht jedoch die optischen Gläser, mit denen alle Kamerasysteme bestückt waren. Diese stammten aus Mainz: von dem auf Glas und Glaskeramik spezialisierten Technologiekonzern Schott.

Kameras bleiben anstelle von Mondgestein auf dem Mond

Die Objektive zu diesen Kameras waren speziell für den Weltraum und seinen extremen Bedingungen wie Schwerelosigkeit und Temperaturschwankungen gebaut worden. Die Carl Zeiss AG aus dem baden-württembergischen Oberkochen kann sich diese Entwicklung auf ihre Fahnen schreiben.

Apollo 11 Mondfähre schwebt über dem Mond - im Hintergrund die Erde

Apollo 11. | Bildquelle: Imago

Wer heute auf den Mond fliegt, kann die damals eingesetzten Kameras eventuell entdecken. Denn zurück zur Erde nahmen die Astronauten nur die Filmmagazine. Die Kameras ließen sie zurück. Dafür konnten sie in der engen Raumfähre 22 Kilogramm Mondgestein mitnehmen.

384.000 Kilometer bis zum Mond

Die beiden Moonwalker mussten auf dem Mond auch verschiedene Experimente durchführen. Sie installierten einen Seismographen, der Erdbeben und Vulkanausbrüche aufzeichnen soll. Auch einen Laserreflektor, der den exakten Abstand zwischen Erde und Mond misst, stellten sie auf dem Mond auf.

Dieser Laserreflektor aus High-Tech-Quarzglas wurde vom Technologiekonzern Heraeus aus Hanau erfunden, um den jeweils exakten des sich immer verändernden Abstand zwischen Erde und Mond zu messen - ein Abstand, der übrigens durchschnittlich 384.000 Kilometer beträgt. Noch heute ist der Laserreflektor auf dem Erdtrabanten aktiv und ermöglicht die präzise Messung des Abstandes zwischen Erde und Mond.

Die erste Uhr auf dem Mond kommt aus der Schweiz

Die erste Armbanduhr auf dem Mond stammt zwar nicht aus Deutschland, sondern aus unserem Nachbarland der Schweiz. Die Astronauten der Apollo 11 trugen die Speedmaster Professional des Uhrenherstellers Omega, heute eine Tochtergesellschaft der Swatch AG, am Arm. Nur diese hatte den Tests der NASA unter Schwerelosigkeit, starken Magnetfeldern, extremen Stößen und Temperaturveränderungen standgehalten.

Erste Moonwatch verschwindet

Der zweite Mann auf dem Mond, Buzz Aldrin, machte seine Armbanduhr zur ersten Uhr auf dem Mond. Neil Armstrong hatte seine Omega im Raumschiff gelassen. Nach der Rückkehr sollte Aldrins Uhr im Nationalen Luft- und Raumfahrtmuseum in Washington ausgestellt werden.

Daraus wurde jedoch nichts. Denn sie ging auf dem Versandweg verloren. Obwohl dieser von Spediteuren im Auftrag der NASA durchgeführt wurde. Bis heute ist sie nicht wieder aufgetaucht. So kann nur die zurückgelassene Uhr von Neil Armstrong im Museum bewundert werden.