Jeff Bezos präsentiert die Mondlandefähre

Neue Landefähre vorgestellt So sehen die Mond-Pläne von Jeff Bezos aus

Stand: 10.05.2019, 08:01 Uhr

50 Jahre nach der ersten Mondlandung hat der US-Milliardär und Amazon-Chef sein Modell für eine neue Mond-Landefähre vorgestellt - und ambitionierte Pläne erneuert.

"Es ist Zeit, zum Mond zurückzukehren - und dieses Mal, um zu bleiben", sagte Bezos bei der Vorstellung der neuen Landefähre in Washington. In dem Raumschiff "Blue Moon" ist Platz für vier Fahrzeuge, mit denen der Mond erkundet werden könne.

Bezos Firma Blue Origin habe seit drei Jahren am Design des Mondlandefahrzeugs gearbeitet. Der Milliardär erklärte auf Twitter: "Blue Origin baut die Infrastruktur, um eine neue Generation von Träumern zu entfesseln. Ich habe diese Menschen heute getroffen, die Zukunft ist in guten Händen."

Die NASA unterstützen

Die Firma äußerte sich ebenso blumig. "Heute hat unser Gründer unsere Vision geteilt, in den Weltraum zu fliegen, um der Erde zu helfen. Wir müssen zum Mond zurückkehren, dieses Mal, um zu bleiben", erklärte sie in einer Mitteilung.

Man sei bereit, die NASA bis 2024 mit "Blue Moon" zu unterstützen. Bezos hatte vor gut einem Jahr gesagt, Blue Origin sei "das Wichtigste, was ich mache". Er denke, dass die Erschließung des Sonnensystems unter anderem nötig sei, um künftige Energiekrisen zu verhindern.

Eine Milliarde Dollar jährlich

Mit seinen Mondlande-Plänen befindet sich Bezos in guter Gesellschaft. Auch der Unternehmer Elon Musk verfolgt mit seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX ähnlich ambitionierte Vorhaben. Beide Anbieter erhalten hoch dotierte Aufträge von der Regierung in Washington und können so die Preise auf dem kommerziellen Markt drücken.

Nach früheren Angaben investiert Bezos jährlich eine Milliarde Dollar und will dieses Projekt so lange fortführen bis ihm das Geld ausgeht. Laut einer im vergangenen Jahr präsentierten Roadmap soll die nächste Mondlandung spätestens im Jahr 2023 stattfinden. Dabei soll es sich um einen ersten Schritt auf dem Weg zur Besiedlung des Erdtrabanten handeln.

Lukratives Frachtgeschäft

Dazu ist jedoch eine funktionierende Logistik mit Versorgungsgütern aller Art notwendig. Genau auf das lukrative Frachtgeschäft, Satelliten und Güter aller Art von der Erde in den Weltraum zu befördern, zielt Bezos Plan.

Der Markt für Start und Betrieb von Satelliten, entsprechenden Diensten und diversen Regierungsprojekten ist pro Jahr rund 300 Milliarden Dollar schwer, schätzt Reuters. Zu den bevorzugten Partnern von Blue Moon gehört die staatliche amerikanische Weltraumbehörde NASA. Auch sie arbeitet an Plänen für eine neue Mondlandung. Dabei geht es auch um die Möglichkeit, viele Tonnen Material sicher auf der Oberfläche abzusetzen.

50 Jahre nach der ersten Mondlandung

Blue Origin beschäftigt über 1.500 Angestellte. Die Pläne, Tickets für Weltraumreisen zu verkaufen, musste Bezos allerdings immer wieder verschieben. ob es wie letztes Jahr angekündigt, in diesem Jahr etwas wird, bleibt ungewiss.

50 Jahre, nachdem am 21. Juli 1969 mit Neil Armstrong der erste Mensch den Mond betreten hat, steht der Mond nun erneut im Fokus von Industrie und Wissenschaft.

lg/dpa

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Der Junge aus Albuquerque
Jeffrey "Jeff" Preston Jorgensen kam am 12. Januar 1964 in Albuquerque in New Mexico zur Welt. Nach einem Jahr trennte sich seine Mutter Jacklyn Gise von Jeffs Vater, dem Zirkusartisten Ted Jorgensen. Als Jeff vier Jahre alt war, heiratete seine Mutter den kubanischen Immigranten Miguel Bezos. Mit ihm bekam sie zwei weitere Kinder: Christina und Mark. Miguel Bezos adoptierte Jeff. Das erfuhr er mit zehn Jahren - doch...