Snapchat Geister-Logo flieht aus gelbem App-Icon auf einem Smartphone-Display

Wall Street enttäuscht Snapchat: Von wegen Turnaround?!

Stand: 05.02.2020, 15:53 Uhr

Die Foto-App Snapchat lebt von ihren Werbeeinnahmen. Allerdings eher schlecht als recht, wie neue Zahlen zeigen. Die Comeback-Story hat einen großen Haken.

2017 kam die Snap-Aktie an die Börse und kletterte zunächst bis auf 27 Dollar. Bis Ende 2018 brach sie bis auf 4,82 Dollar ein. Doch dann setzte eine scharfe V-förmige Erholung ein, welche die Aktie bis auf 19,76 Dollar beförderte.

Tatsächlich deutete sich zuletzt nicht nur an der Börse, sondern auch im operativen Geschäft ein Turnaround an. So konnte Snapchat im vierten Quartal die Zahl der täglich aktiven Nutzer um vier Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 218 Millionen steigern, wie das Unternehmen am Dienstagabend nach US-Börsenschluss mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte Snapchat noch 186 Millionen aktive Nutzer gehabt.

Facebook macht's besser

Der Messenger mit dem Geistersymbol auf gelbem Grund steigerte seine Erlöse im Jahresvergleich um 44 Prozent auf 561 Millionen Dollar. Doch damit blieb der Social-Media-Pionier hinter den Erwartungen der Wall Street zurück.

Der Vergleich mit dem Erzrivalen Facebook und seinem Fotodienst Instagram zeigt, wo Snapchat wirklich steht: Facebook machte in den USA im vergangenen Quartal einen durchschnittlichen Erlös pro Nutzer von 41,41 Dollar, fast ausschließlich durch Werbung.

Das große Rätsel

Snapchat macht hingegen nur 2,57 Dollar Umsatz je Nutzer. Doch nicht nur bei den Erlösen, auch beim Gewinn hapert es: Zum Jahresschluss weitete Snap seinen Verlust auf 240,7 Millionen Dollar aus. Vor Jahresfrist hatte das Minus noch 191,7 Millionen Dollar betragen.

Die Comeback-Story hat damit einen großen Haken: Wie Snap einmal Geld verdienen will, bleibt bis heute ein Rätsel.

Anleger reagierten enttäuscht auf die Zahlenvorlage. Im frühen Handel an der Wall Street verliert das Papier 9,9 Prozent auf 17,10 Dollar.

ag