Snapchat Geister-Logo flieht aus gelbem App-Icon auf einem Smartphone-Display

Messaging-Dienst enttäuscht den Markt Snap: Wachstum stottert

Stand: 02.05.2018, 09:18 Uhr

Mit den hohen Erwartungen an Wachstum und Umsatz kann der Betreiber der Foto-App Snapchat weiterhin nicht mithalten. Die Aktie von Snap.com ging am Abend nach Bekanntgabe der Quartalszahl auf Tauchstation - wieder einmal.

Um bis zu 14 Prozent bergab ging es am Dienstagabend. Snap hatte nach US-Börsenschluss Einblick in seine Quartalsbilanz gegeben. Mit derzeit nur noch zwölf Dollar hat das Papier gegenüber dem Start zum Börsengang im vergangenen März bereits ganz erheblich verloren. Vor rund einem Jahr hatte die Aktie zu 17 Dollar das Licht der Börsenwelt erblickt. Noch im Februar dieses Jahres hatte der Kurs von Snap noch einmal den Ausgabepreis erreicht, danach ging es nur noch abwärts.

Wachstum unter Prognosen

Der Grund für den aktuellen Kursrutsch sind die schwachen Quartalszahlen des Unternehmens. Zwar wächst Snap mit seiner Snapchat-App weiterhin klar, doch die Dynamik entspricht nicht den hochgesteckten Erwartungen des Marktes. So kletterte der Umsatz im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 54 Prozent auf 230,7 Millionen Dollar. Das war weniger als erhofft. Gleiches gilt für das Kundenwachstum: Ein Zuwachs um 15 Prozent auf 191 Millionen Nutzer im Quartal ist weniger als die Konsensschätzung der Experten, die bei 194 Millionen gelegen hatte.

Und nicht zuletzt macht der anhaltende Verlust des Unternehmens vielen Anlegern offenbar zunehmend Sorgen. Er lag im Quartal bei 385,8 Dollar, wann Snap einmal profitabel arbeitet, ist nicht absehbar.

Facelift begeistert nicht, Facebook greift an

Dazu kamen in den vergangenen Monaten einige Meldungen über Kunden, die mit der neuen Anwendung nicht zufrieden waren. Nutzer kritisierten sie, nach der Einführung ging die Aktivität auf der Plattform zurück. Es gebe noch viel zu tun, um das neue Design zu optimieren, sagte Snap-Chef Evan Spiegel - und verteidigte es zugleich. Durch die Abtrennung der Medieninhalte müssten Freunde nicht mehr um Aufmerksamkeit mit professionellen Videofilmern kämpfen. Und ältere Nutzer könne Snapchat mit dem neuen Design besser halten.

Weiterhin kämpft Snapchat auch gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz durch Facebook mit dessen Fotoplattform Instagram. Zudem hat auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg zuletzt die Devise ausgegeben, dass die Plattform mehr als Kommunikationsforum der Menschen untereinander dienen und weniger vorgegebene Formate enthalten soll. Die Luft für Snap wird dünner.

AB