Monitor mit Snap.Inc.-Logo auf einem Monitor an der New Yorker Börse

Aktie legt zu Snap: Verluste stören nicht

Stand: 22.04.2020, 07:12 Uhr

Snap macht erneut mehrere Hundert Millionen Dollar Verlust, doch weil die Tochter Snapchat zuletzt einen riesigen Zulauf hatte, sind die Anleger dennoch zufrieden.

Wer geglaubt hatte, dass neben den Videokonferenzdiensten von Microsoft (Teams), Facebook oder Zoom kaum noch Platz ist für andere Anbieter, sieht sich getäuscht. Auch Snapchat, die Tochter von Snap, hat wegen der Corona-Pandemie einen regelrechten Nutzeransturm erlebt.

Aus dem jüngsten Quartalsbericht geht hervor, dass Snapchat in der aktuellen Situation stärker als zuvor für die Kommunikation zwischen den Nutzern eingesetzt wird - und zwar Ende März um 30 Prozent mehr als Ende Januar. Dadurch konnte Snapchat in den ersten drei Monaten die Zahl täglich aktiver Nutzer um 20 Prozent oder 39 Millionen auf 229 Millionen steigern.

Genug Werbung für alle

Auch Werbung gab es noch genug, obwohl alle Experten einen Einbruch der Werbeeinnahmen vorausgesagt haben - und damit rechnen, dass in der Krise vor allem die großen sozialen Netzwerke wie Facebook, Amazon und Google profitieren. Doch Snap konnte sich ebenfalls behaupten. So ist ihr Umsatz im ersten Quartal um satte 44 Prozent auf 462 Millionen Dollar gestiegen.

Dass Snap immer noch rote Zahlen schreibt und unter dem Strich einen Verlust von rund 306 Millionen Dollar verbuchte, nach einem Minus von gut 310 Millionen ein Jahr zuvor, ließ die Anleger ungerührt: Im nachbörslichen Handel an der Wall Street schnellte die Snap-Aktie um bis zu 19 Prozent in die Höhe.

Keine Prognose für das zweite Quartal

Überraschend ist das nicht, zeigen doch die neuesten Zahlen, dass es Snap gelingt, auch in der Corona-Krise seinen Platz auf dem heiß umkämpften Markt der Messengerdienste zu behaupten und sogar auszubauen. Sowohl das Umsatzwachstum als auch der kräftige Anstieg der Nutzerzahlen um 20 Prozent lagen jedenfalls über den Schätzungen der Analysten.

Einen Haken hat die Freude allerdings: Snap macht mit zuletzt 2,57 Dollar weniger Umsatz je Nutzer als die großen Konkurrenten. Das ist nicht genug, um Geld verdienen zu können. Deshalb ist auch im ersten Quartal diesen Jahres operativ weiterhin ein Verlust angefallen von 286 Millionen Dollar - trotz der rasanten Wachstumsraten. Ob sich daran demnächst etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Wegen der durch die derzeitige Pandemie ausgelösten Unsicherheiten, wollte Snap keine Prognose für das laufende zweite Quartal abgeben.

lg