SMA Solar-Schriftzug an der Fassade eines Fertigungsgebäudes im nordhessischen Niestetal

Aktie stark verschattet Zu viele Fragezeichen bei SMA

Stand: 09.08.2018, 08:10 Uhr

Eigentlich gute Zahlen zum ersten Halbjahr beim Solar-Zulieferer - doch die Aktie fällt am Donnerstag zweistellig. Das letzte im TecDax verbliebene Solar-Unternehmen kämpft weiter mit Lieferengpässen und Förderkürzungen.

Im ersten Halbjahr hat SMA seinen Umsatz um 3,5 Prozent auf 394,6 Millionen Euro gesteigert. Operativ verdiente das Unternehmen mit 40,0 Millionen Euro 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Einige Sondereffekte machen die Ergebnisgröße allerdings schwer vergleichbar. Der Nettogewinn stieg auf 11,2 Millionen Euro, rund 25 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Prognose wackelt?

Soweit so gut. Bei Aussagen zur allgemeinen Großwetterlage werden Anleger aber bei dem Spezialisten für Solar-Wechselrichter aber hellhörig. Und die lieferte Vorstandschef Pierre-Pascal Urbon am Donnerstag mit den nackten Zahlen mit. Im ersten Halbjahr seien die Produktionsabläufe durch eine allgemeine Knappheit elektronischer Bauteile beeinträchtigt worden, so Urbon. Das Umsatzwachstum habe sich daher zum Ende des Halbjahres hin verlangsamt. Zwar rechnet Urbon für die zweite Jahreshälfte mit einer "Verbesserung der Liefersituation und höheren Umsätzen."

Doch Anleger scheint die Möglichkeit schlechterer Geschäft in den kommenden Monaten bereits auszureichen. Laut einem Händler könnte die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr wackeln. Denn sie basiere auf der Annahme, dass größere Photovoltaik-Projekte nicht verschoben werden.

China bremst Branche aus

Die Ausgangssituation für Solarzulieferer wie SMA hat sich vor allem in China zuletzt verschlechtert. Das Land hat die Förderung und den Bau von Photovoltaik-Anlagen deutlich zurückgefahren. Dazu wurden Obergrenzen für die Einspeisung von Solarstrom in die Netze eingeführt und Einspeise-Vergütungen reduziert. SMA geht davon aus, dass die neu installierte Photovoltaik-Leistung in diesem Jahr weltweit um ein Fünftel zurückgehen wird. Und: Chinesische Modulhersteller weichen verstärkt auf den internationalen Markt aus - weiterer Preisdruck ist die Folge. Und nicht zuletzt: Durch die US-Strafzölle rechnet SMA mit Beeinträchtigungen für die Branche.

Noch allerdings steht die Jahresprognose. Danach peilt SMA für das Gesamtjahr einen Umsatz von 0,9 bis 1,0 Milliarde Euro an sowie ein Ebitda von 90 bis 110 Millionen Euro an, alles aber unter Vorbehalt.

Aktie auf dünnem Eis

Die Aktie von SMA war bereits im Juni nach der Fördereinschränkung in China heftig unter Druck geraten. Mit dem heutigen Kursrutsch ist eine Stabilisierung der Aktie um die Marke von 35 Euro wieder dahin. Der Trend zeigt jetzt wieder eher abwärts.

AB