SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon
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SMA-Aktie im Höhenflug Endlich wieder Lichtblick bei SMA Solar

Stand: 24.01.2018, 11:24 Uhr

Deutschlands größte noch verbliebene Solarfirma SMA Solar macht wieder Mut. Nach dem schwachen Jahr 2017 geht es wieder aufwärts, sagt der Chef der Firma Pierre-Pascal Urbon. Er hat auch vor Herrn Trump keine Angst.

Nach dem Niedergang der deutschen Solarindustrie, die in der Pleite von Solarworld gipfelte, gehört SMA Solar zu den wenigen Überlebenden der heimischen Branche. Der Solartechnikkonzern kann die Spuren des Preisverfalls in der Branche zwar nicht leugnen. Trotz eines Absatzrekords verbuchte der Wechselrichterproduzent 2017 teils kräftige Umsatz- und Ergebnisrückgänge, wie SMA am Mittwoch bei Vorlage seiner vorläufigen Geschäftszahlen mitteilte.

Nach ersten Berechnungen sanken die Erlöse im vergangenen Jahr um knapp sechs Prozent auf mehr als 890 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging von 141,5 Millionen im ein Drittel zurück auf 95 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss lag mit rund 30 Millionen Euro in etwa auf Vorjahresniveau. Beim Absatz erreichte SMA Solar nach eigenen Angaben mit rund 8,5 Gigawatt einen Rekordwert. Alle Segmente seien profitabel, die liquiden Mittel lägen zudem bei rund 450 Millionen Euro.

»SMA hat das Geschäftsjahr 2017 besser abgeschlossen als ursprünglich prognostiziert. Insbesondere durch das starke Europa- und Asiengeschäft haben wir erneut einen Absatzrekord erzielt.«

SMA-Chef Pierre-Pascal Urbon

Umsatz-Milliarde im Visier

Für das laufende Jahr macht SMA-Chef Urbon aber Hoffnung auf leichte Zuwächse. 2018 dürfte der Umsatz auf bis zu eine Milliarde Euro steigen, so das TecDax-Unternehmen. Wesentlicher Treiber dürfte das Geschäft in Asien und Europa sein. Zudem hofft SMA Solar auf eine steigende Nachfrage nach Systemtechnik für Speicheranwendungen.

SMA Solar Wechselrichter-Fabrik

Das aus Hessen stammende Unternehmen stellt so genannte Wechselrichter her, die Solarstrom in netzfähigen Wechselstrom umwandeln. Das Herzstück in Solaranlagen. | Quelle: Unternehmen

Urbon kündigte einen Ausbau des stark wachsenden Geschäfts mit Energiedienstleistungen an. Mit den Erfahrungen im Bereich Wechselrichter, Batteriespeicher und Energiemanagement sei SMA dafür gut gerüstet.

»SMA will die Chancen der digitalen Transformation im Energiesektor wahrnehmen und ist dafür bestens positioniert. Wir werden in der Zukunft eine Vielzahl an Innovationen in den Markt einführen und neue strategische Partnerschaften eingehen. Mit unseren vernetzten Lösungen helfen wir unseren Kunden weltweit, Stromkosten effektiv zu senken und zu einer nachhaltigen Zukunft beizutragen.«

SMA-Chef Pierre-Pascal Urbon

SMA-Aktie mit Schubkraft

Das ließ Anleger zugreifen, der TecDax-Wert legte um über acht Prozent auf 39,50 Euro zu. Alles in allem sei der Ausblick vor allem für den Gewinn in Ordnung, sagte ein Händler.

2017 hatten schwache Geschäfte in den USA belastet. Der Wechselrichterhersteller musste daher im November seine Prognose für den Umsatz zurückschrauben.

Besser Trump als Unsicherheit

Die Aktie brach daraufhin ein. Jetzt stieg sie auf ein Hoch seit der Umsatzwarnung im November.

Gestern war die Aktie kräftig hin- und hergerüttelt worden, was auf das Konto von US-Präsident Donald Trump ging. Er hatte zuvor mit seinen Plänen zu Schutzzöllen auf Solaranlagen und Waschmaschinen für Verunsicherung gesorgt. Schlecht für ausländische Konzerne. SMA sah trotzdem Positives: "Wir sind froh, dass nun Klarheit besteht", erklärte Urbon.

Der neue Partner Sunrun

Der Solartechnikkonzern hatte außerdem noch etwas Positives zu berichten: Er wird zu einem der Hauptlieferanten des börsenotierten US-Installateurs Sunrun und kann damit seine Marktanteile in Amerika ausbauen. Beide Unternehmen sehen steigendes Potenzial für das Geschäft mit Hausdachanlagen, auf die Sunrun spezialisiert ist. Der US-Konzern bezeichnet sich als Marktführer in Amerika. Sunrun setzte 2016 umgerechnet rund 370 Millionen Euro um. SMA gilt als Weltmarktführer bei Wechselrichtern, dem Herzstück von Solaranlagen.

SMA werde neben Wechselrichtern auch Batteriesysteme an Sunrun liefern. Über den vereinbarten jährlichen Lieferumfang machte SMA aber keine Angaben.

bs

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<b>SMA Solar</b><br />2015 waren die Aktien von SMA der Anlegerliebling im TecDax mit einem Kursplus von 240 Prozent. Doch inzwischen ist der Höhenflug vorbei. Seit Anfang 2016 halbierte sich der Kurs.  Nachdem SMA Solar 2015 zurück in die schwarzen Zahlen gekommen ist, ächzt der weltgrößte Wechselrichter-Hersteller nun wieder unter dem scharfen Preisdruck und stellt sich auf einen Gewinnrückgang für 2017 ein.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

SMA Solar
2015 waren die Aktien von SMA der Anlegerliebling im TecDax mit einem Kursplus von 240 Prozent. Doch inzwischen ist der Höhenflug vorbei. Seit Anfang 2016 halbierte sich der Kurs. Nachdem SMA Solar 2015 zurück in die schwarzen Zahlen gekommen ist, ächzt der weltgrößte Wechselrichter-Hersteller nun wieder unter dem scharfen Preisdruck und stellt sich auf einen Gewinnrückgang für 2017 ein.