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Wieder schwarze Zahlen möglich SMA glaubt an die Wende

Stand: 24.01.2019, 11:37 Uhr

Der dramatische Preisverfall im Photovoltaikgeschäft hat dem Solarzulieferer SMA im vergangenen Jahr Millionen-Verluste eingebrockt. Das nordhessische Unternehmen ist jedoch zuversichtlich, 2019 in die Gewinnzone zurückzukehren.

Der positive Auftragseingang macht dem neuen SMA-Chef Jürgen Reinert Hoffnung. Es sei spürbar, dass Projektentwickler und Investoren ihre Zurückhaltung aufgäben und wieder vermehrt große Photovoltaik-Projekte umsetzten, sagte er. Reinert rechnet mit Wachstumsimpulsen aus Europa und Amerika. Außerdem glaubt er, dass der Speichermarkt wieder anziehe. Für 2019 stellt der Vorstand ein operatives Ergebnis von 20 bis 50 Millionen in Aussicht. Der Umsatz soll auf 800 bis 880 Millionen Euro steigen.

Hohe Abschreibungen sorgen für Verlust

2018 hatte der führende Wechselrichterhersteller der Welt zwei Mal seine Jahresprognose kassiert. Letztlich erreichte der Konzern sein gesenktes Ziel. Der Umsatz sank auf etwa 761 Millionen Euro und erreichte damit das untere Ende der Prognose-Spanne von 760 bis 780 Millionen Euro. Operativ rutschte SMA in die roten Zahlen und verzeichnete einen Verlust (Ebitda) von rund 67 Millionen Euro - nach einem Plus von 97,3 Millionen im Vorjahr. Allein die Abschreibungen lagen bei mehr als 80 Millionen Euro.

Vor allem der Markteinbruch in China machte dem Unternehmen aus Niestetal bei Kassel schwer zu schaffen. "Aufgrund des abrupten Rückgangs des Photovoltaik-Markts in China sind die chinesischen Hersteller verstärkt in die internationalen Märkte vorgestoßen und haben einen massiven Preisdruck verursacht", erklärte SMA-Chef Reinert am Donnerstag. In Erwartung sinkender Preise hätten Investoren den Bau von Kraftwerken aufgeschoben. Hinzu kamen Lieferengpässe bei Batterieherstellern.

Harte Einschnitte geplant

Nach den Gewinnwarnungen im vergangenen Jahr war der langjährige Vorstandschef Pierre-Pascal Urbon zurückgetreten. Der Wechselrichterhersteller kündigte neue Restrukturierungsmaßnahmen an, um die Kosten weiter zu senken. So sollen die Standorte in China aufgegeben und die chinesischen Gesellschaften verkauft werden. Außerdem will SMA weltweit 425 Stellen abbauen, davon mehr als 100 in Nordhessen. Auf dem Kapitalmarkttag am morgigen Freitag will der Vorstand weitere Details bekanntgeben.

Die Aussicht auf eine Gewinnwende lässt einige Anleger frohlocken: Die inzwischen im SDax notierte Aktie macht am Donnerstag einen Sprung von rund zehn Prozent auf über 19 Euro. Vor acht Monaten war das Papier allerdings noch rund 63 Euro wert.

nb