Beleuchtetes Logo an der Unternehmenszentrale von SMA-Solar in Niestetal

Aktie erholt sich nach Rückschlag SMA: Die Hoffnung leuchtet noch

Stand: 08.11.2019, 11:40 Uhr

Die Aktie des letzten Solarherstellers in einem deutschen Auswahlindex steigt nach den gestrigen Verlusten wieder deutlich an. Die Geschäftszahlen am Donnerstag haben ein wenig enttäuscht. Doch das Unternehmen scheint auf Kurs zu bleiben, und die Auftragsbücher sind voll.

Das Ergebnis des drittes Quartals gab dem Hersteller von Solar-Wechselrichtern eigentlich Auftrieb, die Vorgaben für 2019 zu erreichen, den Anleger war es am Donnerstag aber wohl zu wenig, die Aktie plumpste um zwölf Prozent abwärts. Heute geht es aber wieder um rund fünf Prozent nach oben. Die SMA-Aktie hat sich im laufenden Jahr immer noch um mehr als 40 Prozent nach oben geschraubt.

Umsatz im Plan

Im dritten Quartal konnte SMA nach eigenen Angaben in allen Geschäftsbereichen kräftig zulegen - damit kletterten die Umsätze von Januar bis September um knapp zehn Prozent auf 630,8 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) lag mit 25,7 auf halber Höhe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, doch der war durch eine Reihe von Sondereffekten positiv beeinflusst.

Anlegern und Analysten lag dennoch schwer im Bauch, dass SMA trotz guter Geschäftsentwicklung zuletzt unter dem Strich noch immer mit 10,5 Millionen Euro in der Verlustzone liegt. Zudem bleibt aus Sicht der Experten der Markt für Wechselrichter wohl weiterhin wackelig, das meint zumindest die Investmentbank Oddo BHF in Reaktion auf die Zahlen. Analyst Anus Zgaya hat das Kursziel zwar von 17 auf 20 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Reduce" belassen.

Wechselrichtermarkt stabilisiert?

Dabei kann SMA zumindest derzeit über mangelnde Nachfrage nach seinen Produkten nicht klagen. Per Ende September lag der Auftragseingang bei 429 Millionen Euro, "mehr als das Doppelte des Vorjahreswertes", wie SMA-Chef Jürgen Reinert stolz anlässlich der Zahlenvorlage berichtete. Die Jahresprognose konnte er gleich noch bestätigen. Sie sieht einen Umsatz von 800 bis 880 Millionen Euro vor.

Der Markt für SMAs Hauptprodukt hat sich in den vergangenen Jahren turbulent entwickelt. Konkurrenz vor allem aus China hat der gesamten deutschen Solarindustrie schwer zugesetzt und die Preise belastet. Zusätzlich führte die Verringerung der Einspeisevergütung für Solarstrom in Deutschland und anderen Ländern zu schlechteren Umsätzen und Erträgen, wie auch zur Pleite des ein oder anderen deutschen Solarunternehmens.

Klimahoffnungen machen Kurse

Laut SMA hat sich die Preissituation im Wechselrichter-Bereich aber entspannt, zusätzlich scheint das Solarkraftwerksgeschäft, das dem Unternehmen zuletzt Verluste eingebrockt hatte, zu stabilisieren. Und nicht zuletzt zeigt der Trend in Sachen Erneuerbare Energien auch hierzulande wieder aufwärts: Das Klimapaket der Bundesregierung befeuerte Wind- und Solaraktien in den vergangenen Wochen.

Die Titel von SMA waren in den zurückliegenden Jahren kein Investment für Anleger mit schwachen Nerven. Die Aktie, die im Jahr 2010 einmal 100 Euro erreicht hatte, notiert derzeit bei 28 Euro. 2015 ging es bis auf 12 Euro nach unten, danach wurde Mehrzahl die Marke von 50 Euro überschritten, allerdings nie nachhaltig. Auch der derzeitige Aufwärtstrend dürfte wohl wackelig bleiben.

AB