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Harter Konkurrenzkampf Slack unter Druck: Jetzt auch von Microsoft

Stand: 20.11.2019, 09:28 Uhr

Was ist nur mit Slack los? Nach dem fulminanten Börsengang im Juni und Kursen von über 38 Dollar ist die Aktie des Messengerdienstes inzwischen nur noch die Hälfte wert. Den jüngsten Schlag versetzten ihr neue Zahlen von Microsoft.

Danach ist die Zahl der täglichen Nutzer des Microsoft Büro-Pakets "Office 365 Teams" (Chats, Telefonie und Video-Telefonie) von 13 Millionen im Juni auf nun mehr als 20 Millionen gestiegen. Microsoft nannte als Grund für das gewaltige Wachstum den Zugewinn von Großunternehmen wie Alcoa oder Telefonica als einen der Gründe für das 54-prozentige Wachstum seit Juli.

Ein herber Schlag für den Konkurrenten und Büro-Messenger-Erfinders Slack, der erst vergangenen Monat rund zwölf Millionen tägliche aktive Nutzer gemeldet hatte. Dabei hatte Microsoft seinen Dienst erst zwei Jahre nach Slack gestartet.

Slack-Aktie stürzt ab

Die Reaktion der Anleger folgte auf dem Fuß: Während die Microsoft-Aktie um ein halbes Prozent zulegte und ein neues Allzeithoch erklomm, stürzten die Papiere von Slack im Handelsverlauf vom Dienstag um bis zu elf Prozent ab. Am Ende gingen sie bei 21,18 Dollar aus dem Handel, 8,35 Prozent niedriger als am Vortag.

Damit setzen sie den dramatischen Niedergang, der kurz nach dem Börsengang im Juni begann, fort. Dabei lag der erste Kurs von Slack damals bei 38,50 Dollar, fast 50 Prozent über dem Referenzkurs von 26 Dollar, den die New York Stock Exchange festgesetzt hatte. Seitdem ist die Aktie stetig gesunken.

Vorteil Microsoft

In dem hart umkämpften Markt für Büro-Kommunikation hat Microsoft einen entscheidenden Vorteil: Sein Angebot ist in der Unternehmensversion von Microsofts Office 365, der beliebtesten Office-Software der Welt, bereits enthalten. Es muss nur aktiviert werden. Eine Basisversion bietet sogar eine kostenlose Nutzung an. Für Großunternehmen, die bereits mit Microsoft-Software ausgerüstet sind, etwa Windows, ein äußerst praktischer Zusatzdienst. Slack muss dagegen immer erst implementiert werden.

Slack versucht nun vor allem kleinere und mittlere Unternehmen zu gewinnen, in denen die Software von Microsoft noch nicht so dominant ist. Denn Slack lässt sich auch mit anderen Angeboten verknüpfen, wie beispielsweise Dropbox, Skype oder GoogleDrive.

Neues Büro in München

Größter Markt für Slack ist die USA - gefolgt von Japan. Bereits seit einiger Zeit arbeite rund die Hälfte der Nutzer außerhalb der USA und Kanada. "Europa ist ein enormer Markt." Traditionell sei Slack hier besonders in Skandinavien sehr erfolgreich. Zudem will Slack seine Präsenz auch in Deutschland ausbauen. Ziel ist es, nach der nun bereits mit Kunden laufenden Testphase im Dezember regulär zu starten. Slack hat sein Deutschland-Büro in München aufgebaut.

Nach Angaben des Unternehmens sind 60 Prozent der im deutschen Aktienindex Dax gelisteten Unternehmen bereits zahlende Kunden.

lg