Slack App

Milliarden für Büro-App Slack chattet sich an die Börse

Stand: 05.02.2019, 09:12 Uhr

Den Aufgalopp für das IPO-Jahr 2019 im US-Tech-Sektor könnte der App-Anbieter Slack schaffen. Laut Medienberichten hat das Unternehmen die Weichen für einen Milliarden-Börsengang gestellt und könnte als Eisbrecher für die Branche fungieren.

Übereinstimmend haben die "New York Times" und das "Wall Street Journal" über die Börsenpläne des Unternehmens berichtet. Danach hat Slack einen vertraulichen Antrag auf eine Aktienplatzierung gestellt. Ähnlich wie der Musikstreaming-Dienst Spotify will man also das klassische Verfahren des Börsengangs mithilfe von Investmentbanken umgehen.

Firmenwert verdoppelt

Slack wird nach Schätzungen von Investmentfirmen derzeit auf einen Börsenwert von bis zu 13 Milliarden Dollar geschätzt, das ist fast doppelt so viel wie noch vor rund einem Jahr.

Mit einem erfolgreichen IPO in einigen Wochen könnte Slack weiteren Tech-Firmen den Weg an die Börse erleichtern. Auch die Fahrdienst-Vermittler Uber und Lyft haben bereits vertrauliche Anträge auf einen Börsengang eingereicht.

Slack wird nach jüngsten Angaben täglich von rund zehn Millionen Mitarbeitern verschiedener Firmen benutzt. Mehr als 85.000 Unternehmen sind zahlende Kunden. Die App steht damit auch in Konkurrenz zu Chat-Programmen von Microsoft, Google und Facebook. Das Besondere am Slack-Dienst ist die Möglichkeit, in Arbeitsgruppen zu kommunizieren. Das Unternehmen wurde in Kanada gegründet, hat seinen Hauptsitz aber inzwischen in San Francisco.

Direktplatzierung: riskanter, aber günstiger

Seit dem Start 2013 besorgte sich Slack laut Medienberichten rund eine Milliarde Dollar bei Investoren. Eine Direktplatzierung gilt als riskanter, da Banken nicht als Zwischenhändler beziehungsweise Kursstabilisator auftreten. Andererseits spart das auch Gebühren, die sonst an die Banken gehen.

Bei Spotify hatte das Vorgehen zumindest in den ersten Monate dem Kurs nicht geschadet. Das Papier startete Anfang April bei 165,90 Dollar und damit deutlich über dem vom Unternehmen festgelegten Referenzpreis von 132 Dollar. Bis Mitte Juli legte die Aktie dann auf knapp 200 Dollar zu, bevor sie im Zuge der allgemeinen Schwäche von Techwerten bis auf 103 Dollar zum Jahresende abstürzte. Zuletzt lag der Kurs mit 138 Dollar wieder etwas über dem Referenzpreis. Spotify wird damit an der Börse mit rund 25 Milliarden Dollar bewertet.

AB

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<strong>Snap Inc.</strong><br/>Die <a href="" externalId="295e98a5-939b-4d18-acf2-515b9f01d823">Aktie legte im März 2017 einen Traumstart aufs Parkett</a>, schoss von 17 Dollar Ausgabepreis auf 26 Dollar. Damit war das Unternehmen auf einen Schlag 34 Milliarden Dollar wert. Die vergangenen Monate haben allerdings gezeigt, dass Snap im Kampf vor allem mit Facebook und seinen Messengerdiensten offenbar das Nachsehen hat. Die Zahl der Nutzer ist tendenziell rückläufig. Die Aktie ist nach einer langen Talfahrt bei rund sechs Euro angekommen. : Kursverlauf am Börsenplatz Nyse für den Zeitraum 2 Jahre

Snap Inc.
Die Aktie legte im März 2017 einen Traumstart aufs Parkett, schoss von 17 Dollar Ausgabepreis auf 26 Dollar. Damit war das Unternehmen auf einen Schlag 34 Milliarden Dollar wert. Die vergangenen Monate haben allerdings gezeigt, dass Snap im Kampf vor allem mit Facebook und seinen Messengerdiensten offenbar das Nachsehen hat. Die Zahl der Nutzer ist tendenziell rückläufig. Die Aktie ist nach einer langen Talfahrt bei rund sechs Euro angekommen.