Sixt Leasing

Online ist das größte Geschäft Sixt Leasing auf Amazons Wegen

Stand: 28.05.2018, 14:08 Uhr

Die "Flatrate für die Straße" zieht. Sixt Leasing hat sein Online-Geschäft damit ganz nach oben gebracht. Kehrseite der Erfolgsmedaille: Die Investitionen dafür schmälern den Gewinn. Und auch Diesel-Gate hinterlässt seine Spuren.

Die Sixt-Tochter kehrt die Nachricht in ihrem neuen Quartalsbericht ganz nach vorn: Online Retail ist jetzt das größte Geschäftsfeld von Sixt Leasing. Das war eigentlich ein Ziel für das Gesamtjahr 2018. Doch jetzt gibt es schon im ersten Quartal mehr Online-Verträge mit Privatkunden als Verträge in den beiden angestammten Bereichen Flottenleasing und Flottenmanagment für Firmenkunden.

Aus dem Nichts geschaffen

Vor drei Jahren, als die Sixt-Tochter 2015 an die Börse ging, stand das Privatkundengeschäft quasi noch bei Null. Flotten-Leasing und Fuhrpark-Management für Unternehmen waren die beiden Pfeiler. Doch weil der Markt relativ gesättigt ist, fokussierte sich Sixt Leasing auf den Privatkunden. Ein Riesenmarkt: Rund 40 Prozent aller Kfz-Neuzulassungen sind inzwischen geleast.

Die Rechnung geht offenbar auf. Das Online-Geschäft hat das Wachstum im Auftaktquartal 2018 vorangetrieben. Der Umsatz wuchs um 7,6 Prozent auf 202 Millionen Euro. Ähnlich stark legte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zu, um 6,5 Prozent auf 61 Mio. Euro.

Diesel-Gate belastet

Doch beim Gewinn zeigen sich auch unschöne Effekte des Diesel-Skandals. Aufgrund deutlich höherer Abschreibungen sank der Vorsteuergewinn um gut fünf Prozent auf 8,0 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern gab rund ein Prozent nach auf 5,9 Millionen Euro. Sixt Leasing musste im ersten Quartal gut 49 Millionen Euro abschreiben, noch einmal fünf Millionen mehr als vor einem Jahr. Das dürfte damit zusammenhängen, dass sich gebrauchte Diesel-Fahrzeuge schlechter verkaufen lassen als Benziner. Deren Restwerte sinken seit einigen Monaten und beschleunigt, seit das Bundesverwaltungsgericht Ende Februar Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Städten legitimiert hat. Die Sixt Leasing-Aktie hat daher heute nicht die besten Karten.

Das Wachstum erfordert zudem weitere Investitionen, was die Marge schmälert. Der Leasing-Anbieter hat nichts Geringeres im Sinn, als das Amazon für Neuwagen zu werden. Um das Tempo der Digitalisierung zu erhöhen, hat Sixt Leasing, an der die Mutter noch mit 40 Prozent beteiligt ist, Anfang Mai eine neue Anleihe über 250 Millionen Euro ausgegeben.

bs