Sixt Werbung am Gepäckband Flughafen Düsseldorf

Strategischer Schritt Sixt als Pleiten-Profiteur?

Stand: 03.07.2020, 08:05 Uhr

Sixt geht in den USA auf Wachstumskurs und erwirbt dort zehn Flughafenstationen vom insolventen Unternehmen Advantage Rent a Car. Der Autovermieter sieht auf dem Riesenmarkt großes Potenzial und will die internationale Expansion vorantreiben.

Mit dem Kauf sei Sixt an nahezu allen bedeutenden Verkehrsknotenpunkten in den USA vertreten, teilte das im SDax notierte Unternehmen mit. Die Transaktion sei am 1. Juli von dem zuständigen Bankruptcy Court in Delaware genehmigt worden.

Der Erwerb der neuen Stationen bringe zusätzliches Mietwagen-Umsatz-Potenzial in den USA. Vorstand Alexander Sixt kommentiert: "Mit dieser sehr pragmatischen Transaktion haben wir einen ganz entscheidenden strategischen Schritt zum Aufbau eines flächendeckenden Netzwerks im größten Autovermietungsmarkt der Welt getätigt."

"Äußerst positiv"

Die USA mit einem riesigen Marktvolumen von über 36 Milliarden Dollar seien nach Angaben des Unternehmens der mit Abstand größte Wachstumsmarkt für den Mobilitätsanbieter. Allein der Erwerb der neuen Stationen bringe laut Sixt ein hohes Potenzial, da der Umsatz der zehn Flughäfen insgesamt auf etwa 3,4 Milliarden Dollar geschätzt werde. "Das entspricht ungefähr dem Gesamtpotenzial des Mietwagengeschäfts in Deutschland", heißt es in der Mitteilung.

Erich und Sohn Alexander Sixt

Erich und Sohn Alexander Sixt. | Bildquelle: picture alliance/Sina Schuldt/dpa

Das Analysehaus Jefferies reagierte bereits und hat die Einstufung für die Stammaktien von Sixt auf "Buy" mit einem Kursziel von 100 Euro belassen. Mit der Übernahme erweitere Sixt sein Standbein in den USA merklich, schrieb Analyst Constantin Hesse. Der Schritt sei äußerst positiv und das mittelfristige Umsatzziel werde möglicherweise früher erreicht.

ts