Stromnetz

Strompreis: Man wird ja wohl noch träumen dürfen

Stand: 12.03.2018, 11:50 Uhr

Was könnte die Neugestaltung des Strommarktes für den Verbraucher bedeuten? Wird der Strompreis sinken oder eher steigen? Die Meinungen der Experten und Politiker sind geteilt, aber die Hoffnung stirbt natürlich zuletzt.

Für die Aktionäre ist der Paukenschlag in der Versorgerbranche heute eine gute Nachricht und vor allem ein gutes Geschäft: Die Aktien von Innogy, RWE und Eon legen kräftig zu. Wir werden sehen, ob sich das in näherer Zukunft fortsetzt.

Und worauf dürfen Verbraucher hoffen? Jeder Wettbewerber, der vom Strommarkt verschwinde, sei zwar für den Verbraucher eine traurige Nachricht, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, dem "Handelsblatt". "Innogy ist aber ein eher teurer Grundversorger, darum ist zu hoffen, dass Eon die Strompreise senken wird." Dennoch sollte das Kartellamt aus Müllers Sicht "einen kritischen Blick auf die Fusion werfen, um sicherzugehen".

Wer zahlt die Rechnung?

Wirklich begründet klingt Müllers Hoffnung nicht. Denn in aller Regel bedeutet weniger Wettbewerb für ein Unternehmen auch eine höhere Macht, auf dem Markt die eigenen Preisvorstellungen durchzusetzen. Erst jüngst haben Fluggäste die Erfahrung gemacht, dass nach der Pleite von Air Berlin die Ticketpreise beim deutschen Branchenprimus Lufthansa gestiegen sind.

Die Einschätzung der Grünen ist pessimistischer: "Der deutsche Strommarkt leidet ja immer noch unter zu wenig Wettbewerb, und die niedrigen Börsenpreise kommen bei den Verbrauchern nach wie vor nicht an”, sagte die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Tabea Rößner, dem "Handelsblatt". Insofern sei es keine gute Nachricht, wenn Wettbewerber verschwinden. "Gerade der Strommarkt ist ein hart umkämpfter Markt, und eine Neuordnung darf am Ende nicht der Verbraucher zahlen."

ts