Singulus DVD-Produktion

Zweistellliges Wachstum Singulus surft auf chinesischer Welle

Stand: 15.11.2018, 11:58 Uhr

Noch vor einem Jahr musste der Anlagenbauer Singulus aus Unterfranken einen riesigen Verlust vermelden, der die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt hatte. Im Herbst diesen Jahres scheint die Krise überwunden - auch dank der Chinesen.

Der im September verkündete Einstieg des chinesischen Baustoffkonzerns CNBM hat dem Spezialanlagenbauer Singulus aus Kahl am Main gut getan. Das Unternehmen verkündet für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatzanstieg von 43 Prozent auf 91,0 Millionen Euro. Das Ebit schnellte auf 4,0 Millionen Euro in die Höhe, zehn Mal mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Grund sind Großaufträge des neuen chinesischen Miteigentümers. CNBM will Solarmodule mit einer Kapazität von 7,2 Gigawatt herstellen und braucht dafür die Maschinen und Anlagen aus Deutschland. Die Produktion und Lieferung der Anlagen sollen zu großen Teilen in den Jahren 2019 und 2020 erfolgen. Zum 30. September lag der Auftragseingang mit 74,6 Millionen Euro klar über dem Vergleichswert von 2017 mit 53,4 Millionen Euro.

Weitere Lieferungen geplant

Zudem hat Singulus in der vergangenen Woche mehrere Absichtserklärungen für die Lieferung von Produktionsanlagen für die Herstellung von CIGS-Dünnschicht-Solarmodulen unterzeichnet. Das Volumen der geplanten Lieferungen liegt bei rund 200 Millionen Euro.

Der chinesische Staatskonzern Chinese National Building Materials (CNBM) hatte im September in einem ersten Schritt gut 13,1 Prozent der Aktien von Singulus erworben. In einem weiteren Schritt wollen die Chinesen zusätzliche 3,6 Prozent der Anteile erwerben. CNBM hatte den Einstieg bereits im Januar angekündigt. Vorstand und Aufsichtsrat von Singulus sähen die Beteiligung des Konzerns positiv, hieß es.

Sorge vor einem Ausverkauf

Um den Kauf von Unternehmensanteilen durch chinesische Investoren hatte es zuletzt immer wieder Diskussionen gegeben, weil ein Technologietransfer nach China befürchtet wird. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnte jedoch vor Protektionismus und sagte, dass das Engagement deutscher Investoren in China noch immer viel stärker ausgeprägt sei als umgekehrt. Gedämpft hat diese Aussage die Sorgen vor einer Übernahmewelle durch chinesische Investoren jedoch nicht.

lg