Siltronic-Waver werden in die Endreinigungsanlage geschoben

Geschäfte kühlen ab Siltronic schockt seine Anleger

Stand: 21.02.2019, 09:07 Uhr

Die abflauende Konjunktur macht dem Halbleiterkonzern Siltronic ziemlich zu schaffen. Das Management sieht sich gezwungen, den Ausblick für das laufende Jahr deutlich zu senken. Kein Wunder also, dass die Investoren hart und heftig reagieren.

Die Chipbranche gilt als guter Indikator für den Zustand der Gesamtwirtschaft, da ihre Produkte mittlerweile vielseitig in allen möglichen Waren verwendet werden. Deshalb lassen die aktuellen Zahlen von Siltronic, insbesondere der Ausblick aufhorchen.  

Das MDax-Unternehmen erwartet 2019 ein operatives Ergebnis (Ebit) von mehr als zehn Prozent unter dem des Vorjahres. Der Grund dafür seien erhöhte Abschreibungen und höhere Stromkosten. Der Umsatz soll sich abhängig von Wechselkurseinflüssen in der Größenordnung des Vorjahres bewegen.

Siltronic-Mitarbeiter überwacht die Herstelllung eines Siliciumeinkristalls

Siltronic-Mitarbeiter mit Siliciumeinkristall. | Bildquelle: Unternehmen

Die Aktie schmiert ab

Und nicht nur das: „Es wird erwartet, dass der Waferabsatz im ersten Halbjahr 2019 deutlich unter dem vorausgegangenen zweiten Halbjahr 2018 liegen wird“, teilte das Unternehmen mit. Im zweiten Halbjahr 2019 werde eine Erholung des Marktumfelds erwartet. Die Investitionen sollen 2020 gegenüber 2019 „deutlich“ reduziert werden.

Die Investoren reagieren: Im frühen Handel sackt das Papier um acht Prozent ab. Aber wer während des konjunkturellen Aufschwungs der vergangenen Jahre auf Siltronic gesetzt hatte, darf im Grunde entspannt sein. In den vergangenen drei Jahren stieg der Börsenwert um mehr als 500 Prozent.   

Wo ist die Wachstumsgeschichte?  

Einem Händler zufolge dürften vor allem die erhöhten Abschreibungen aufgrund von Investitionen und höheren Stromkosten am Markt schlecht ankommen. „Etliche Analysten rechnen beim Ebit mit einem Anstieg im Vergleich zu 2018 oder zumindest mit einem stabilen Ebit“, sagte der Marktteilnehmer.

Ein weiterer Börsianer strich negativ heraus, dass der Waferabsatz im ersten Halbjahr 2019 deutlich unter dem vorausgegangenen zweiten Halbjahr liegen werde und zudem die Investitionen in Kapazität und Automatisierung erheblich steigen dürften. Alles in allem passten die Prognosen des Unternehmens nicht zu einer Wachstumsgeschichte.

ts