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Börsengang der Gesundheitssparte Siemens setzt auf Frankfurt

Stand: 29.11.2017, 18:07 Uhr

Die Konturen des Börsengangs der Siemens-Gesundheitssparte werden konkreter. Der Aufsichtsrat hat sich für Frankfurt als Börsenplatz entschieden. Damit sind New York und London aus dem Rennen.

"Frankfurt ist eines der weltweit größten Wertpapierhandelszentren, dessen Bedeutung vor dem Hintergrund des Brexit weiter zunehmen wird", sagte Siemens-Vorstand Michael Sen. Der Industriekonzern Siemens will seine Medizintechnik-Tochter Healthineers in der deutschen Finanzmetropole und nicht in New York an die Börse bringen. Der für Healthineers zuständige Siemens-Vorstand Michael Sen hatte zuvor mit New York geliebäugelt. London war bereits zuvor wegen des anstehenden Brexit als Ziel des Deals verworfen worden.

Größter Börsengang seit der Telekom

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Healthineers könnte der größte Börsengang seit der Emission der Deutschen Telekom vor 20 Jahren werden. Laut Analysten kann die Sparte mit bis zu 40 Milliarden Euro an Wert veranschlagt werden. Nach früheren Meldungen will Siemens 15 bis 25 Prozent der Anteile an die Börse bringen, das entspräche einem Volumen von sechs bis zehn Milliarden Euro.

Geplant ist der Börsengang für das erste Halbjahr 2018. Organisiert wird er von den Investmentbanken Goldman Sachs, Deutsche Bank and JPMorgan, wie Reuters erfahren hatte.

Kraftwerkssparte verdirbt Q4

In den vergangenen Tagen hatte Siemens vor allem mit geplanten Werksschließungen in der Kraftwerkssparte Schlagzeilen gemacht, bei denen auch Tausende Mitarbeiter in Deutschland betroffen sind. Probleme im Kraftwerksgeschäft und in der Windkraft-Sparte hatten auch die Ergebnisse des vierten Geschäftsquartals belastet. Das Ergebnis aus dem industriellen Geschäft ging überraschend um zehn Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zurück, wie der Industriekonzern Anfang November meldete.

Im gesamten Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende September) reichte es aber zu einem Anstieg des Nettogewinns um elf Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um vier Prozent auf 83 Milliarden Euro zu. Die Dividende soll um zehn Cent auf 3,70 Euro erhöht werden.

Aktie schwächer als der Dax

Die Aktie des Industrieriesen hat im laufenden Jahr rund drei Prozent an Wert eingebüßt und damit deutlich schlechter abgeschnitten als der Dax. Der kommt bislang auf ein plus von zwölf Prozent. Am Mittwochmorgen wird der Titel leicht im Plus erwartet.

AB