Siemens Healthineers Mammographie-System

Hohe Nachfrage nach Healthineers Siemens-Tochter heiß begehrt

Stand: 12.03.2018, 14:58 Uhr

Vier Tage vor dem geplanten Börsenstart der Siemens-Gesundheitssparte Healthineers haben sich die Orderbücher für die Aktien bereits gut gefüllt. Experten loben die Preisgestaltung für die Healthineers-Papiere. Für Privatanleger könnte es bei der Zeichnung eng werden.

Ein Blick auf den Kurs der Healthineers-Aktie im Handel per Erscheinen beim Handelshaus Lang & Schwarz zeigt es klar: Die Siemens-Tochter dürfte einen guten Börsenstart aufs Parkett legen. Der erste Handelstag soll der kommende Freitag sein. Derzeit werden Kurse von rund 36 Euro gestellt, das liegt deutlich über der offiziellen Bookbuilding-Spanne von 26 bis 31 Euro.

"Sehr guten Start gesehen"

Von Seiten der begleitenden Banken hatte es bereits in der vergangenen Woche eindeutige Signale gegeben. Bereits zwei Tage nach Beginn der Zeichnungsphase hatten sie gemeldet, dass Aufträge für 150 Millionen Aktien vorlägen. "Wir haben ein sehr guten Start gesehen", so zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen beteiligten Banker. Damit wäre das Oderbuch bereits einmal gefüllt, denn Siemens will 150 Millionen Anteilsscheine seiner Tochter an die Börse bringen, was 15 Prozent seiner Aktien entspricht.

Beobachter machen für den Ansturm auf die Aktien auch die eher niedrige Preisspanne verantwortlich. Es sei taktisch "klug gemacht" so ein Frankfurter Fondsmanager, "das Potenzial nicht ganz auszureizen".

Das dürften auch viele Privatanleger wohl so sehen, die die Healthineers-Aktie derzeit bei ihrer Bank und ihrem Broker zeichnen wollen. Die meisten Direktbanken haben die Aktien zur Zeichnung im Angebot. Wie stark Anleger bei der Zuteilung berücksichtigt werden, dürfte neben der Nachfrage auch vom Kontingent abhängen, das sie von den Emissionsbanken zugeteilt bekommen haben. Da die Deutsche Bank und die Commerzbank im Konsortium für den Healthineers-Börsengang sind, dürften Privatanleger bei ihnen und ihren Direktbroker-Töchtern höhere Chancen haben, zum Zug zu kommen.

Kleines Lotteriespiel

Die Orderkosten bei einer Zeichnung entsprechen in der Regel denen eines normalen Wertpapier-Kaufs. Anleger müssen im Fall von Healthineers bei Direktbanken in der Regel eine Mindestzahl von 50 Anteilen zeichnen. Ob sie diese Stückzahl dann aber wirklich erhalten, wird sich erst am Tag der Emission zeigen. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis zu diesem Donnerstag.

Der Healthineers-Börsengang wird von Experten als möglicher Wegbereiter auch für das IPO der Deutsche-Bank-Tochter DWS gesehen. Auch hier wird nur ein kleiner Teil (25 Prozent) der Anteile von der Muttergesellschaft an die Börse gebracht. Am Montag hatte das Unternehmen die Preisspanne für die DWS-Anteile genannt. Während die DWS-Aktie als Kandidat für dem MDax gilt, hat Siemens Healthineers laut Indexexperten gute Chancen, in den Dax aufzusteigen. Bei einem Emissionsvolumen von rund 4,65 Milliarden Euro käme Healthineers zum Börsenstart aus dem Stand auf einen Börsenwert von 31 Milliarden Euro.

AB