Siemens Healthineers

IPO der Medizintechnik-Sparte Siemens sucht Ankerinvestoren

Stand: 01.01.2018, 12:41 Uhr

Siemens will vor dem Börsengang seiner Medizintechnik-Sparte das Interesse von potenziellen Großanlegern ausloten, sagte Vorstandschef Kaeser in einem Interview. Im neuen Jahr erwarten Experten einen Boom bei Börsengängen.

"Wir planen jedenfalls, auch das Interesse von relevanten Ankerinvestoren, einschließlich Staatsfonds auszutesten", sagte Konzern-Chef Joe Kaeser in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Auf die Frage, ob dies Norwegen und China umfasse, antwortete er: "Das Spektrum der wichtigsten Staatsfonds werden wir vermutlich abdecken, ja. Der Vorteil wäre, dass damit Anker-Investoren gewonnen wären." Allerdings wäre dann der freie Fluss von Aktien nicht so hoch.

Kaeser bekräftigte zudem, dass der Mutterkonzern die Mehrheit behalten solle. Das Listing sei weiterhin für das erste Kalenderhalbjahr 2018 geplant - "wenn die Märkte mitspielen". Die Sparte werde zunächst sicher nicht im Dax landen. "Unser Ziel ist das aber schon, und vom Wert der Medizintechnik her ist das unserer Meinung nach allemal berechtigt." Analysten veranschlagen den Börsenwert der künftigen Siemens Healthineers AG auf bis zu 40 Milliarden Euro.

IPO-Boom in Deutschland?

Deutschland steht vor dem möglicherweise besten Jahr für Börsengänge seit dem Boom am "Neuen Markt" zur Jahrtausendwende. Wenn Siemens, Deutsche Bank und mehrere Finanzinvestoren ihre Pläne 2018 umsetzen, könnte das Emissionsvolumen erstmals seit dem Jahr 2000 die Marke von zehn Milliarden Euro übertreffen.

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Listing-Experte Martin Steinbach von der Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) erwartet 13 bis 18 Börsengänge deutscher Unternehmen. Mehr waren es zuletzt 2007: Vor der aufziehenden Finanzkrise hatten 44 Firmen aus Deutschland den Sprung geschafft, ehe der Markt für Jahre zusammenbrach. Weltweit lag die Zahl der Börsengänge bereits 2017 mit 1624 auf dem höchsten Stand seit 2007.

ts/rtr

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Die größten deutschen IPOs in diesem Jahr Wird 2018 ein guter Jahrgang?

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Siemens Healthineers dürfte wohl 2018 der größte Brocken werden. Der Münchener Dax-Konzern will mit der Medizintechniksparte einen Teil seines Tafelsilbers noch vor Ostern an die Börse bringen. Experten taxieren den Wert der Einheit auf bis zu 40 Milliarden Euro. Siemens will aber die unternehmerische Führung behalten. Also mindestens die Hälfte der Anteile, wahrscheinlich aber zunächst mehr. Bei einem im Raum stehenden IPO-Volumen von etwa einem Viertel könnten schätzungsweise acht bis zehn Milliarden Euro erlöst werden. Damit wäre Siemens Healthineers der größte Börsengang seit dem IPO der Deutschen Telekom 1996.