Siemens Healthineers

Gewinnrückgang lässt Aktie sinken Siemens Healthineers mit Holperstart

Stand: 03.02.2020, 09:19 Uhr

Der Chart der MDax-Aktie bekommt am Montagmorgen deutlich Schlagseite. Von den Ergebnissen zum ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres zeigen sich Anleger und auch Analysten enttäuscht. Für die schwache Ergebnisausbeute bei Siemens Healthineers gibt es mehrere Gründe.

Der Medizintechnikkonzern ist mit einem Gewinnrückgang ins neue Geschäftsjahr 2019/20 gestartet. Der Nettogewinn von Siemens Healthineers ging im ersten Quartal (per Ende Dezember) um zwölf Prozent auf 304 Millionen Euro zurück. Das lag klar unter den Analystenschätzungen. Die Aktie reagiert am Morgen mit einem deutlichen Rücksetzer und verliert mehr als vier Prozent.

Ergebnisse enttäuschen

Zwei Haupteffekte waren für den Ergebnisknick verantwortlich: "Die Profitabilität war durch temporäre Effekte gedämpft", räumte Vorstandschef Bernd Montag am Montag ein. Vor allem der zuverlässigste Gewinnbringer, das Geschäft mit Röntgen-, Ultraschall- und MRT-Geräten, schwächelte. Analysten hatten hier mit einem deutlichen Gewinnanstieg gerechnet. Begründet wurde der Rückgang unter anderem mit einem weniger günstigen "Geschäftsmix" im Vergleich zum Vorjahr. Darüber hinaus sorgten aber auch Kosten im Zusammenhang mit anteilsbasierter Vergütung für eine Ergebnisbelastung im Quartal.

Im Bereich Labordiagnostik gab es zudem hohe Anlaufkosten bei der Einführung des neuen Analysesystems Atellica. Dadurch halbierte sich der bereinigte operative Ergebnis dieser Sparte. Damit allerdings hatten die Beobachter gerechnet.

Der Konzernumsatz bei Siemens Healthineers stiegt von Oktober bis Dezember auf vergleichbarer Basis um 5,5 Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro.

Prognose steht, dank Großauftrag

Konzernchef Montag bestätigte am Montagmorgen die Prognosen für 2019/20: "Vor dem Hintergrund unserer sehr starken Auftragslage sind wir für die weitere Entwicklung des Geschäftsjahres zuversichtlich." Der Auftragseingang habe im ersten Quartal um 20 Prozent über dem Umsatz gelegen. Siemens Healthineers erwartet damit weiterhin einen Umsatzanstieg - ohne Währungs- und Zukaufseffekte - von fünf bis sechs Prozent und einen Anstieg des Ergebnisses je Aktie (EPS) um sechs bis zwölf Prozent.

Für neue Umsatz- und Ergebnishoffnungen sorgt für allem ein Großauftrag der US-Laborkette Quest Diagnostics für das Diagnostiksystem "Atellica". Healthineers sei als bevorzugter Lieferant ausgewählt worden, hieß es vom Unternehmen. In den kommenden Jahren könnten nach und nach bis zu 120 Atellica-Systeme für Immunoassay-Tests in seinen 19 Laboren in USA eingesetzt werden.

AB