Siemens Healthineers
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Produkteinführung belastet Kleiner Rückschlag für Siemens-Tochter

Stand: 29.01.2019, 14:29 Uhr

Die ehemalige Siemens-Sparte Healthineers hat es rund ein Jahr nach dem Börsengang nicht leicht. Wegen Kosten und Verzögerungen bei der Einführung eines neuen Produktes fällt das Quartalsergebnis schlechter aus als gedacht.

Die Einführung des neues Labordiagnostik-Systems Atellica dauert bei der Installation und Inbetriebnahme in großen Laboren länger als gedacht. Nun soll der Vertrieb verstärkt werden. 370 Systeme wurden im ersten Quartal 2018/19 ausgeliefert, bis zu 2.500 sollen es bis Ende September werden. Richtig Geld verdient Siemens Healthineers aber erst, wenn die Labore die teuren Verbrauchsmaterialien einsetzen. Der Hoffnungsträger des Unternehmens hat damit die Ergebnisse des abgelaufenen ersten Geschäftsquartals des Jahres 2018/19 belastet.

Mehr Gewinn dank Steuerquote

Die Siemens-Medizintechnik-Tochter konnte zwar die Erlöse zwischen Oktober und Dezember um 2,5 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro steigern. Das bereinigte operative Ergebnis trat aber mit 545 Millionen Euro praktisch auf der Stelle, im Vorjahreszeitraum hatte es bei 347 Millionen Euro gelegen. Nach Steuern verdiente Siemens Healthineers dank niedrigerer Zinsen sowie einer geringeren Steuerquote mit 345 Millionen Euro elf Prozent mehr.

Das Geschäft mit Computertomografen und anderen bildgebenden Systemen, das vor allem in den USA glänzend läuft, macht derzeit die schwächere Entwicklung in der Labordiagnostik kaum wett, dennoch konnte Healthineers die Prognosen der Analysten mit den Quartalsergebnissen knapp erfüllen.

Prognosen stehen weiterhin

An den Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September) hält Siemens Healthineers weiterhin fest. Der Umsatz soll auf vergleichbarer Basis um vier bis fünf Prozent steigen, die bereinigte Gewinnmarge soll auf 17,5 bis 18,5 zulegen. Im ersten Quartal ging dieser Wert 16,5 Prozent zurück. Der Nettogewinn je Aktie soll um 20 bis 30 Prozent gesteigert werden.

Die Healthineers-Aktie geriet am Dienstag stark unter Druck. In einem schwierigen Börsenumfeld hat sie sich seit dem Börsengang im März letzten Jahres noch passabel geschlagen. Der Ausgabepreis hatte bei 28 Euro gelegen, derzeit liegt der Kurs bei 33,80 Euro.

AB