Röntgenscanner Multitom Rax von Siemens Healthineers
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Nach Umbaukosten Siemens Healthineers nimmt sich mehr vor

Stand: 05.11.2018, 07:43 Uhr

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat im letzten Quartal weniger verdient. Doch im kommenden Geschäftsjahr soll die Marge steigen. Die Anleger freut's.

Im vorbörslichen Handel auf Tradegate legt die Aktie von Siemens Healthineers um 2,6 Prozent zu. Sie setzt damit ihren Erholungskurs fort, nachdem sie vor drei Wochen auf ein Sechs-Monats-Tief gefallen war.

Im vierten Geschäftsquartal (Ende September) sei die Firmenbilanz von Umbaukosten belastet worden, teilte das Unternehmen am Morgen mit. Dazu seien negative Währungseffekte gekommen. So sank das operative Ergebnis in den Sommermonaten um sechs Prozent auf 627 Millionen Euro. Bereinigt erzielte Siemens Healthineers 674 Millionen Euro. Beide Kennziffern lagen über den Erwartungen der vom Konzern zusammengestellten Analystenschätzungen.

70 Cent Dividende

Insgesamt ging das operative Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr um zwölf Prozent auf 2,11 Milliarden Euro zurück. Die bereinigte Umsatzrendite lag mit 17,2 Prozent am unteren Rand der eigenen Erwartungen von 17 bis 18 Prozent. Der Umsatz sank im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 (Ende September) dank der Bildgebungs-Sparte (Röntgen, CT, MRT) nur um zwei Prozent auf 13,4 Milliarden Euro, währungsbereinigt ergab sich ein Plus von vier Prozent, das am oberen Rand der Prognosen lag. Als Dividende will der Börsenneuling aus Erlangen 70 Cent je Aktie ausschütten.

Im neuen Geschäftsjahr 2018/19 soll der Umsatz währungsbereinigt um vier bis fünf Prozent wachsen, die operative Umsatzrendite soll auf 17,5 bis 18,5 Prozent steigen. Für das Ergebnis je Aktie - 2017/18 bei 1,26 Euro - erwartet Siemens Healthineers einen Anstieg um 20 bis 30 Prozent. Dabei geht der Konzern von stabilen Wechselkursen aus.

Hoffnungsträger Atellica

Der große Hoffnungsträger der Firma ist Atellica, ein Labordiagnostiksystem. Auf diesem Markt ist Siemens Healthineers weltweit die Nummer zwei hinter Roche. Von dem neuen System wurden 2017/18 knapp 1.000 Stück ausgeliefert, davon rund 430 im vierten Quartal. Bis September 2019 soll die Zahl der installierten Atellica-Systeme auf 3.200 bis 3.500 wachsen, ein Jahr später sollen es 7000 sein. Die Hersteller verdienen das meiste Geld später mit den Verbrauchsmaterialien.

Analysten reagierten verhalten auf die Zahlen. Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Siemens Healthineers auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 41 Euro belassen. Insgesamt betrachtet hätten die Ergebnisse die Erwartungen leicht übertroffen, schrieb Analystin Lisa Bedell Clive in einer ersten Reaktion. Der Ausblick auf das neue Geschäftsjahr des Medizintechnikkonzerns entspreche in etwa den Marktprognosen.

lg