Röntgenscanner Multitom Rax von Siemens Healthineers
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Der Mega-Börsengang Siemens will fünf Milliarden Euro einsammeln

Stand: 05.03.2018, 08:17 Uhr

Bei dem Börsengang seiner Medizintechnik-Tochter Healthineers hofft Siemens, bei Anlegern bis zu fünf Milliarden Euro einzusammeln. Das ist zwar nicht so viel wie erwartet, doch er wäre immer noch der viertgrößte IPO in Deutschland.

Siemens hat am Wochenende Details zum Börsengang seiner Tochter bekannt gegeben. Demnach will der Technologiekonzern 150 Millionen Aktien in einer Preisspanne von 26 bis 31 Euro je Papier anbieten, was 15 Prozent der Aktien entspricht.

Die Aktien werden ab morgen, 6. März, angeboten und können bis zum 15. März gezeichnet werden. Am 16. März wäre der erste Handelstag im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse.

Sollte Siemens alle Papiere zum Maximalpreis verkaufen, läge der Emissionserlös bei 4,65 Milliarden Euro. Die Tochter würde dann mit 31 Milliarden Euro bewertet. Analysten hatten Healthineers im Vorfeld einen höheren Marktwert zugetraut: bis zu 40 Milliarden Euro.

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
117,58
Differenz relativ
+0,36%

An der Börse schlägt das im vorbörslichen Handel noch keine Wellen. Siemens-Aktien notieren unverändert. Der Aktienkurs von Siemens müsse jedoch nicht negativ auf die Nachrichten reagieren, so der Händler. Denn Anleger könnten die unter den Erwartungen liegende Platzierungsspanne von 26 bis 31 Euro als attraktivere Einstiegsmöglichkeit werten. Hinzu komme, dass der Siemens-Kurs zuletzt bereits unter Medienberichten gelitten habe, denen zufolge der Börsengang kleiner ausfallen könnte.

Die Healthineers-Papiere sollen wie bereits bekannt mittels einer Zweitplatzierung aus dem Bestand von Siemens erfolgen. Das bedeutet, dass es keine neuen Aktien geben wird. Der Börsengang ist einer der größten der vergangenen Jahre in Deutschland. Während die Telekom 1996 - also vor über 20 Jahren - mit ihrer erste Tranche 10,6 Milliarden Euro moibilisierte, würde Healthineers nach jetzigem Stand auf Platz 4 des deutschen IPO-Rankings landen und müsste neben der Telekom nur noch der Post und Infineon den Vortritt lassen.

Der Medizin-Spezialist

Die Siemens-Tochter Healthineers ist weltweit Marktführer bei Röntgengeräten, Magnetresonanz- und Computertomographie. Außerdem bietet das Unternehmen Systeme für Laborauswertungen und moderne Chirurgieverfahren mit minimalen Operationswunden an.

Mit einem Umsatz von 13,8 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2017 und einem Nettogewinn von 2,5 Milliarden Euro gehört Siemens Healthineers zu den weltweit führenden Unternehmen im Gesundheitswesen. Mit einer Marge von 18,1 Prozent ist sie eines der profitabelsten Geschäfte von Siemens.

Stark im Flottenverbund

Die Siemens-Tochter hatte auf seinem Kapitalmarkttag Mitte Januar potenzielle Investoren mit einem mittelfristig beschleunigten Wachstum sowie einer steigenden Rentabilität geködert. Sie versprach außerdem, künftig mindestens die Hälfte ihres Gewinns als Dividende ausschütten.

Siemens-Chef Joe Kaeser verfolgt mit dem Börsengang die Strategie eines sogenannten Flottenverbundes: Die einzelnen Einheiten werden selbstständiger und damit agiler und wettbewerbsfähiger. Der Industriekonzern will dabei Mehrheitsaktionär bleiben.

bs

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General Electric
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