Siemens Energy

Nicht profitabel genug Siemens Energy will sich für IPO schönsparen

Stand: 01.09.2020, 13:48 Uhr

Der kurz vor dem Börsengang stehende Energiekonzern Siemens Energy prüft zusätzliche Einsparungen, um die Profitabilität zu steigern. Siemens plant die Börsennotierung für das Energiegeschäft für Ende September.

Bei den Einsparungen steht zunächst die Sparte Gas and Power im Blick, die unter anderem das Kraftwerksgeschäft enthält. Neben den bereits geplanten Einsparungen von einer Milliarde Euro bis 2023 will Siemens Energy möglichst über 300 Millionen Euro brutto realisieren, teilte mit.

In den kommenden Jahren soll so die Profitabilität gesteigert werden. Für den Gesamtkonzern, zu dem auch die Mehrheitsbeteiligung an dem ebenfalls börsennotierten Windanlagenbauer Siemens Gamesa gehört, strebt Siemens Energy eine angepasste operative Marge (bezogen auf das Ebita) vor Sondereffekten von 6,5 bis 8,5 Prozent im Geschäftsjahr 2023 an. 2019 lag die Marge bei fünf Prozent.

Siemens Gas and Power - Grafische Darstellung einer Turbine

Siemens Gas and Power. | Bildquelle: Unternehmen

Für das Ende September endende Geschäftsjahr 2020 erwartet Siemens Energy einen deutlichen Rückgang, bedingt unter anderem durch die Corona-Pandemie sowie Probleme bei Siemens Gamesa. In den ersten neun Monaten hatte der neue Konzern unter dem Strich Verluste geschrieben.

Ein Viertel bleibt bei Siemens

Siemens will sein Energiegeschäft per Abspaltung als Siemens Energy an die Börse bringen. Aktionäre des Konzerns erhalten zum 25. September automatisch auch Papiere des neuen Unternehmens. 55 Prozent der Tochter sollen abgespalten und den eigenen Aktionären ins Depot gelegt werden. Siemens selbst will zunächst 35,1 Prozent behalten, der Rest geht an den Siemens Pensionsfonds.

Binnen zwölf bis 18 Monaten nach dem Börsengang will der Mutterkonzern seinen Anteil weiter verringern. Vorstandschef Joe Kaeser zufolge will Siemens aber 25 Prozent behalten. Am 28. September soll die Aktie zum ersten Mal gehandelt werden.

"Kein Schnellschuss, keine Notlösung"

Siemens Energy ist unter anderem in der Herstellung und Wartung von Anlagen für fossile Stromerzeugung, im Bereich Energieübertragung und, über die zu gut zwei Dritteln gehaltene Tochter Siemens Gamesa, im Bereich Windkraft aktiv.

Vorstandschef Joe Kaeser erhofft sich von der Abspaltung Schub für den Aktienkurs. Sie sei "weder ein Schnellschuss noch eine Notlösung, weder eine Zerschlagung noch eine Modeerscheinung", sagte er. Mit 29 Milliarden Euro Umsatz steht Siemens Energy mit seinen 91.000 Mitarbeitern für ein Drittel des Siemens-Geschäfts.

ts

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Die Siemens-Abspaltungen Epocs, Osram, Energy & Co

Fertigung bei Epcos

Epcos
Schon vor über 20 Jahren ließ Siemens eine Tochter los und machte sie selbständig. 1999 stieß der Industriekonzern den Bauelemente- Bereich ab und brachte ihn unter dem Namen Epcos an die Börse. Zeitweise notierte Epcos im Dax, ab 2002 dann im Neuen Markt. 2006 zog Siemens die Reißleine und verkaufte seine restlichen Epcos-Anteile. Die elektronische Bauelemente-Firma gehört heute zur japanischen TDK und heißt TDK Electronics.