Siemens-Chef Joe Kaeser
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Kraftwerkssparte belastet Siemens: Durchwachsener Start in das Geschäftsjahr

Stand: 31.01.2018, 07:54 Uhr

Die Kraftwerkssparte ist das Sorgenkind des Konzerns. Auch bei Healthineers läuft es nicht rund. Immerhin konnte Siemens beim Gewinn und bei den Auftragseingängen punkten.

Ein Gewinneinbruch in der vor einem Stellenabbau stehenden Kraftwerks-Sparte zieht Siemens nach unten. Das Ergebnis aus dem industriellen Geschäft sei im ersten Quartal (zum 31. Dezember) des Geschäftsjahres 2017/18 um 14 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro gesunken, teilte der Industriekonzern mit. Unter dem Strich stand jedoch ein um zwölf Prozent höherer Gewinn von 2,2 Milliarden Euro. Er wurde durch den Verkauf der restlichen Aktien am Lichttechnik-Konzern Osram und die positiven Effekte der US-Steuerreform begünstigt.

Auftragseingang besser als erwartet

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Auftragseingang stieg von Oktober bis Dezember um 14 Prozent auf 22,5 Milliarden Euro und übertraf damit deutlich die Erwartungen von Analysten. Ohne die Übernahme des spanischen Windkraft-Konzerns Gamesa und negative Währungseffekte hätte der Zuwachs bei sieben Prozent gelegen.

Auch der Umsatz wurde von ungünstigen Wechselkurseffekten beeinträchtigt. Er stieg trotzdem um drei Prozent auf 19,8 Milliarden Euro. "Das erste Quartal unterstreicht die Stärke unseres Hauses", sagte Vorstandschef Joe Kaeser. "Wir nutzen die Wachstumsimpulse des globalen Aufschwungs."

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In der Kraftwerks-Sparte Power & Gas brach das operative Ergebnis um die Hälfte ein, der Umsatz um ein Fünftel. Siemens will in dem Bereich mehr als 6.000 Stellen streichen, weil der Markt wegen der Energiewende in den kommenden Jahren massiv schrumpfen werde. Das Minus ließ sich durch einen Gewinnsprung im Zug-Geschäft (Mobility) nicht wettmachen, das vor der Fusion mit der französischen Alstom steht.

Healthineers mit Problemen

Die Medizintechnik-Sparte Healthineers geht mit negativen Vorzeichen an die Börse. Das operative Ergebnis ging um 15 Prozent auf 541 Millionen Euro zurück, der Umsatz gab um vier Prozent und der Auftragseingang um fünf Prozent nach. Ohne Währungseffekte hätten Umsatz und Orders allerdings zugelegt. Insider erwarten, dass Healthineers den Börsengang noch vor Ostern in Angriff nimmt.

ts