Siemens-Zentrale in München
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Ergebnis deutlich gesteigert Siemens überrascht positiv

Stand: 08.05.2019, 18:05 Uhr

Heute präsentiert Siemens-Chef Joe Kaeser den Investoren die neue Strategie des Industriekonzerns unter dem Titel "Vision 2020+". Bereits am Morgen lieferte er starke Quartalszahlen, die Mut für das Gesamtjahr machen.

Eigentlich hatten Analysten mit einem stagnierenden operativen Ergebnis im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs 2018/19 gerechnet. Doch Siemens strafte die Zweifler Lügen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis stieg überraschend um sieben Prozent auf 2,41 Milliarden Euro.

Den größten Beitrag steuerte die Sparte Digitale Fabrik bei. Zusätzlichen Schub brachte die inzwischen abgespaltene Medizintechnik-Tochter Healthineers. Selbst der Bereich Power and Gas, der ausgegliedert und bis Herbst 2020 an die Börse gebracht werden soll, verzeichnete bessere Ergebnisse.

Aufträge auf Rekordniveau

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Umsatz erhöhte sich um vier Prozent auf 20,9 Milliarden Euro. Besonders solide entwickelte sich die Auftragslage. Der Ordereingang legte um sechs Prozent auf 23,6 Milliarden Euro zu - dank mehrerer Großprojekte in der Bahntechniksparte. Mit nun 142 Milliarden Euro liegt der Orderbestand Ende März auf Rekordniveau.

Unterm Strich verdiente Siemens allerdings in den ersten drei Monaten des Jahres etwas weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn sank um fünf Prozent auf 1,92 Milliarden Euro. Analysten hatten hier freilich einen noch deutlicheren Rückgang erwartet. Im vergangenen Jahr hatte Siemens von einem Sondereffekt profitiert.

"Wir haben geliefert!"

Siemens-Chef Joe Kaeser

Siemens-Chef Joe Kaeser. | Bildquelle: picture alliance/Sven Hoppe/dpa

Siemens-Chef Kaeser zeigte sich zufrieden. "Wir haben auch in diesem Quartal geliefert, was wir versprochen haben, und in weiten Teilen die Erwartungen sogar übertroffen", sagte er.

Am Mittwoch wird Kaeser auf dem Kapitalmarkttag Details zu seinem Strategieprogramm "Vision 2020+" geben. Der Topmanager organisiert den Industrie-Koloss neu. Siemens hat Geschäfte zusammengelegt und will sich künftig auf die digitale Technologien konzentrieren. Kerngeschäft seien künftig die Automatisierung von Fabriken (Digital Industries) und die Vernetzung von Gebäuden, Städten und Ländern (Smart Infrastructure).

Energiesparte wird ausgegliedert

Am Dienstagabend kündigte Siemens bereits an, die kriselnde Kraftwerksparte ausgliedern und bis September 2020 an die Börse bringen zu wollen. "Wir zerschlagen nichts, wir sorgen für neue Perspektiven", sagte Kaeser in einer Telefonkonferenz. Unter dem Titel "Vision 2020+" hat Siemens im April seine zahlreichen Geschäftsbereiche in drei operative und drei Strategie-Einheiten aufgeteilt.

Siemens-Techniker bei Arbeiten an Komponenten einer Gasturbine
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Siemens gliedert Kraftwerkssparte aus

Die Anleger honorieren den Umbau des Konzerns und die guten Quartalszahlen. Die Siemens-Aktien, die in diesem Jahr dem Dax hinterherhinkten, legen am Morgen um über vier Prozent auf 106 Euro zu und sind Top-Gewinner im Dax. Die Schweizer Großbank UBS hat Siemens auf "Buy" mit einem Kursziel von 130 Euro belassen. Die US-Bank JPMorgan stuft Siemens weiter auf "Overweight" mit einem Kursziel von 117 Euro ein.

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