Siemens-Chef Joe Kaeser

Schlankere Strukturen Siemens baut um - schon wieder

Stand: 01.08.2018, 19:01 Uhr

In der Münchner Konzernzentrale von Siemens werden künftig wohl weniger Mitarbeiter gebraucht. Das ist die Folge eines weiteren Umbaus, den der Konzern am Abend vorgestellt hat.

Die bisher fünf Industrie-Divisionen sollen in drei operative Gesellschaften gebündelt werden, teilte Siemens am Abend nach einer Aufsichtsratssitzung mit. "Kern der Unternehmensstrategie 'Vision 2020+' ist, den einzelnen Geschäften deutlich mehr unternehmerische Freiheit unter der starken Marke Siemens zu geben", hieß es in der Mitteilung.

Die Konzernzentrale soll deutlich schlanker aufgestellt werden, die betroffenen Mitarbeiter werden auf die Sparten verteilt. Der Konzern erhofft sich davon, dass der Umsatz und die Rendite im industriellen Geschäft schneller zulegen als bisher.

Umbau soll 2019 abgeschlossen sein

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Der Gewinn je Aktie soll mittelfristig stärker wachsen als der Umsatz. Kaeser will die neue Strategie am Donnerstag in München in einer Pressekonferenz erläutern. Dann stellt Siemens auch die Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2017/18 vor.

Die fünf Sparten digitale Fabrik, Kraftwerke, Energiemanagement, Gebäudetechnologie und Antriebe würden in drei "operating companies" aufgehen. Ein sechster Bereich - die Medizintechnik - ist im Frühjahr ausgegliedert und als Healthineers an die Börse gebracht worden. Die Umorganisation soll zum neuen Geschäftsjahr am 1. Oktober beginnen und 2019 abgeschlossen werden.

Konzerninterne Fusionen

Auch die konzerninternen Dienstleistungen fusionieren: Die Finanzabteilung wird mit den Geschäftsdienstleistungen und der Immobilienabteilung zusammengelegt. Die Konzernzentrale soll "deutlich schlanker" werden, Aufgaben und Mitarbeiter an andere Einheiten abgeben und sich auf Kernaufgaben beschränken.

lg/dpa/rtr