Gewinnwarnung wegen Preisdruck Shop-Apotheke macht Anlegern Kopfschmerzen

Stand: 14.11.2018, 16:39 Uhr

Immer mehr nicht rezeptpflichtige Medikamente werden übers Internet vertrieben. Davon profitieren Online-Apotheken. Doch der zunehmende Preisdruck drückt die Margen. Die Shop-Apotheke warnt deshalb vor höheren Verlusten. Die Anleger sind geschockt.

Die Aktie der im niederländischen Venlo ansässigen Shop-Apotheke bricht am Mittwoch im SDax um rund 14 Prozent ein. Mit 39 Euro notiert sie auf dem tiefsten Stand seit dem Frühjahr. Freilich: Wer die Aktie vor zwei Jahren beim Börsengang gezeichnet hat, kann sich immer noch über ein Kursplus von knapp 30 Prozent freuen.

Höherer Verlust in diesem Jahr

Die Versand-Apotheke muss dem immer härteren Wettbewerb im deutschen  Markt Tribut zollen. Am Morgen gab es eine deftige Gewinnwarnung. Für 2018 rechnet das Unternehmen nur noch mit einer bereinigten Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von minus zwei Prozent. Bislang war eine Marge von minus 0,5 Prozent angepeilt worden. "Preisdruck ist ein neues Thema", sagte Analyst Andreas Riemann von der Commerzbank. Die Konsolidierung in der Branche belaste die Preise.

In den ersten neun Monaten erhöhte sich der bereinigte Betriebsverlust (Ebitda) auf 7,2 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum war es noch bei 6,8 Millionen Euro gelegen. Die Rendite verbesserte sich auf minus 1,9 Prozent von minus 3,6 Prozent vor Jahresfrist. Den Umsatz konnte die Shop-Apotheke auf 388 Millionen Euro mehr als verdoppeln.

An der zuletzt angehobenen Jahresprognose beim Umsatz halten die Niederländer fest. Der Vorstand sei nach wie vor zuversichtlich, das Umsatzziel von 540 bis 570 Millionen Euro zu erreichen.

Mehr Ausgaben für Werbung

Das Unternehmen plant noch in diesem Jahr zusätzliche Aufwendungen für Werbung im Fernsehen und im Internet, um sein Wachstum weiter voranzutreiben. Die Ertragslage soll aber unter anderem durch eine Verbesserung und Automatisierung von Prozessen schrittweise verbessert werden.

Shop Apotheke konzentriert sich auf nicht rezeptpflichtige Arzneimittel und Pflegeprodukte, die über Apotheken verkauft werden müssen. Das Unternehmen war aus der Kölner Fortuna-Apotheke hervorgegangen, in den Versandhandel mit Medikamenten eingestiegen und hatte nach Österreich, Frankreich und Belgien expandiert.

Zur Rose leidet mit

Die Nachrichten von der Shop Apotheke zogen an der Züricher Börse auch die Aktien des schweizerischen Kontrahenten Zur Rose um knapp sieben Prozent mit nach unten. "Der Preisdruck auf dem deutschen Markt wird auch Zur Rose belasten", sagte Analyst Georg Orgonas von der Berenberg Bank. Die Geschäftsmodelle beider Unternehmen seien sehr ähnlich.

nb