Shell-Logo, Solarzellen, Windkraftanlage

Neues Ziel in zehn Jahren Shell will größter Ökostromanbieter werden

Stand: 13.03.2019, 13:49 Uhr

Nach der kürzlichen Übernahme des bayrischen Solarbatterieunternehmens Sonnen durch den Ölmulti Shell hat der britisch-niederländische Konzern nun seine weiteren Ambitionen in Sachen Strom und nachhaltiger Energie verraten.

So will der Ölriese in den nächsten zehn Jahren zum weltgrößten Energiekonzern aufsteigen – und dabei auch jede Menge klimafreundlich hergestellten Strom anbieten. "Mit unserer Marke, unserer globalen Präsenz und in Verbindung mit unserem Gasgeschäft, durch welches wir uns überall das günstigste Gas sichern, sollte uns das gelingen", sagte der Chef von Shells Gasgeschäft, Maarten Wetselaar, der "Financial Times".

Bereits seit 2016 investiert Royal Dutch Shell über die Tochter New Energy gezielt in alternative Kraftstoffe und grüne Energien. Pro Jahr will der Ölkonzern so ein bis zwei Milliarden Dollar in Ökounternehmen stecken, um seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Laut Wetselaar könnten es auch mehr werden.

Zahlreiche Zukäufe

Dabei konzentriert sich Shell auf zwei Hauptbereiche: neue Kraftstoffe für den Verkehr – wie moderne Biokraftstoffe und Wasserstoff – sowie auf Strom, von der Stromerzeugung über den Kauf und Verkauf bis hin zur direkten Versorgung der Kunden. Um das Stromgeschäft zu einem signifikanten Geschäftsfeld auszubauen, hat Shell eine Reihe von Übernahmen durchgeführt.

So investierte der Konzern erst kürzlich einen zweistelligen Millionenbetrag in die Übernahme des bayrischen Solarbatterieherstellers Sonnen. Daneben hat Shell den britischen Elektrizitätsversorger First Utility und den E-Ladestationbetreiber New Motion übernommen, einen der weltweit größten Anbieter von Ladelösungen für Elektroautos. "Durch die Übernahmen können wir unseren Kunden eine größere Auswahl an verlässlicher und sauberer Energie bieten", sagte Shell New Energy-Chef Mark Gainsborough.

Anteil von Strom legt zu

Zudem ist Shell in der Windbranche aktiv. Dazu gehören sechs Onshore-Windkraftprojekte in Nordamerika und ein Offshore-Windpark in Europa. Auch ist Shell Teil eines Konsortiums, das den Windpark Borssele vor der holländischen Küste entwickelt, der eine Kapazität von mehr als 680 MWh pro Jahr haben soll, was ausreicht, um etwa 825.000 niederländische Haushalte mit Strom zu versorgen.

Der Konzern glaubt, dass künftig viel mehr Elektrizität benötigt wird. Heute macht Strom rund 20 Prozent des weltweiten Energiemixes aus, dieser Anteil sollte in Zukunft auf 50 Prozent steigen. Es sei nicht eine Frage von ob, sondern wann, sagte Shell-Manager Wetselaar.

Anderer Energiemix angestrebt

Noch aber verdient Shell sein Geld mehrheitlich mit Öl. Die Produktion und Verarbeitung der fossilen Energiequelle machen zwei Drittel des Geschäfts aus. Ein Viertel stammt aus der Gasförderung, zehn Prozent umfassen Chemikalien und andere Geschäftszweige. In zehn Jahren soll die Aufteilung dann anders aussehen.

Gas, Öl und Elektrizität sollen je einen Drittel des Konzernumsatzes ausmachen, der Anteil von Chemikalien soll weiterhin zehn Prozent betragen. Strom werde nicht mehr lange ein langweiliges, vorhersehbares Geschäft sein, glaubt Wetselaar. Das sei eine ausgezeichnete Chance für Leute, die etwas vom Stromhandel verstünden - wie Shell.

lg