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Prognosen übertroffen Gewinn bei Shell schnellt nach oben

Stand: 02.11.2017, 10:16 Uhr

Der Sparkurs der vergangenen Jahre zahlt sich für Royal Dutch Shell aus. Mit seinen Quartalszahlen übertrifft der EuroStoxx-Konzern die Prognosen der Analysten.

Der britisch-niederländische Öl- und Gaskonzern Royal Dutch Shell hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Dabei profitierte Shell vor allem von besseren Bedingungen in der Raffinerie- und der Chemie-Industrie, höheren Preisen für Öl und Gas sowie einer höheren Förderung in neuen Produktionsstätten, die den Wegfall durch Verkäufe von Feldern ausgleichen konnten.

Gewinn und Aktienkurs rauf

Der Gewinn schnellte im abgelaufenen Quartal um 47 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar (0,50 Dollar pro Aktie) nach oben, wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Gewinn von 3,6 Milliarden Dollar (0,44 Dollar pro Aktie) gerechnet. An der Börse sorgen die Quartalszahlen bei der Shell-Aktie anfangs für Kurssteigerungen.

Gut lief es für den Konzern zwischen Juli und September insbesondere im Raffineriegeschäft und im Handel. Shell-Chef Ben van Beurden sagte, alle drei Geschäftssparten hätten zum Ergebnis beigetragen. Als größter Gewinnbringer zeigte sich jedoch einmal mehr das Downstream-Geschäft – sprich Raffinierung, Handel, Marketing sowie chemische Produkte.

Ölförderung wegen der Abgabe von Feldern leicht gesunken

Der Mittelzufluss - eine in der Ölindustrie wichtige Kennziffer - ging im dritten Quartal wegen höherer Lagerbestände um 11 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar zurück. Shell hatte einige Ölfelder abgegeben. Mit einem operativen Cashflow von 28,4 Milliarden Dollar in den ersten neun Monaten konnte Shell jedoch die Krone von dem US-Konkurrenten Exxon übernehmen, der im gleichen Zeitraum 23,5 Milliarden generierte.

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Erklärtes Ziel des Shell-Chef Ben Van Beurden ist es, Exxon als Primus zu überholen. Doch noch liegen Marktwert und Förderung des texanischen Konzerns über dem Shells.

Die führenden Ölkonzerne haben mit Sparrunden, dem Abbau von Stellen und dem Verkauf von Geschäftsbereichen auf den Verfall des Ölpreises 2014 reagiert. Inzwischen können sie auch bei einem Preis von etwa 50 Dollar je Barrel (159 Liter) wieder Geld verdienen. Der Rivale BP schüttet sogar wieder Mittel an seine Aktionäre aus. Derzeit kostet ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent etwa 60 Dollar.

dpa/rtr/mmr