Shell

Herber Gewinnrückgang Shell: Erste Dividendenkürzung seit 1945

Stand: 30.04.2020, 14:56 Uhr

Der Öl- und Gaskonzern Royal Dutch Shell kürzt 2020 zum ersten Mal seit Jahrzehnten seine Dividende. Grund ist ein massiver Gewinneinbruch aufgrund des Ölpreisverfalls.

Für die ersten drei Monate des laufenden Geschäftsjahrs sollen Shell-Aktionäre nur noch eine Dividende von 0,16 Dollar je Titel erhalten, teilte Shell am Donnerstag in London mit. Im Vorjahr hatte der europäische Ölkonzern noch 0,47 Dollar Dividende für das erste Quartal ausgezahlt. Für Shell-Aktionäre ist es die erste Dividendenkürzung seit 1945.

Erdöl-Preisverfall wird zum Verhängnis

ARD-Börsenstudio: Dorothee Holz

ARD-Börse: Shell - historische Dividendenkürzung

Im ersten Quartal machte Shell 24 Millionen Dollar Verlust, im Vorjahreszeitraum hatte der Ölriese noch einen Gewinn von sechs Milliarden Dollar ausgewiesen. Dem britisch-niederländischen Konzern wurde der massive Preisverfall des Erdöls zum Verhängnis. Auch für das zweite Quartal verbreitet Shell wenig Hoffnung. Der Preisabsturz hatte mit der Ausbreitung der Corona-Pandemie im März begonnen und setzte sich im April fort. Der Terminpreis für US-Öl rutschte zwischenzeitlich sogar erstmals in der Geschichte unter Null.

Shell kündigte an, die Förderung von Rohöl und Erdgas im zweiten Quartal zurückzufahren. Bereits im März hatte der Konzern angekündigt, er werde seine Investitionen um fünf Milliarden Dollar auf 20 Milliarden Dollar reduzieren.

Aktienkurs leidet

Am Donnerstag rutschte der Kurs der Shell-Aktie um rund acht Prozent ins Minus. Mitte März war der Titel so tief gefallen wie bisher noch nie. Mittlerweile hat sich die Aktie etwas erholt und notiert derzeit an der Amsterdamer Börse bei rund 16 Euro.

Immerhin: Analysten sehen im Shell-Konzern Potenzial. So beließen die Experten von Goldman Sachs und UBS die Aktie auf "Buy" mit Kurszielen von 2.000 und 1.800 Pence. Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung auf "Neutral" mit einem Kursziel von 1.650 Pence belassen. Die erste Dividendenkürzung seit dem Zweiten Weltkrieg sei notwendig und finanziell gut bedacht, um den Kapitalrahmen und die eigene Position bei der Energiewende zu stärken, schrieb Analyst Christyan Malek in einer am Donnerstag vorliegenden Studie.

ms/AFP/dpa-AFX