Japaner mit Atemschutzmasken vor Börsentafel

Coronakrise Sharp macht jetzt in Atemschutzmasken

Stand: 02.03.2020, 10:18 Uhr

Der japanische Sharp-Konzern – eigentlich bekannt für seine Elektronikartikel wie Fernseher und Smartphones – hat in Zeiten des Coronavirus ein neues Geschäftsfeld entdeckt: Atemschutzmasken.

Angesichts der hohen Nachfrage will Sharp in einer Fabrik in Zentraljapan, die normalerweise Bildschirme herstellt, die begehrten Atemschutzmasken herstellen. Die Produktion in der Fabrik soll Ende des Monats anlaufen mit 150.000 Masken pro Tag. Wenn die Produktion hochgefahren ist, sollen täglich 500.000 Masken vom Band laufen.

Das Unternehmen, das mittlerweile zu zwei Dritteln zur taiwanesischen Foxconn gehört, teilte mit, dass es mit dieser Aktion einen gesellschaftlichen Beitrag leisten möchte. Über Details wie Preise oder Vertriebskanäle bestehe noch keine Klarheit. In Japan gibt es Medienberichten zufolge häufig Schlangen vor Geschäften, weil sich die Menschen aus Furcht vor einer Ansteckung mit Atemmasken eindecken möchten.     

Japanerin mit Atemschutzmaske

Corona in Japan. | Bildquelle: picture alliance / ZUMA Press

Lieferengpässe auch in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es immer wieder Meldungen über eine Knappheit an Atemmasken und Desinfektionsmitteln. "Atemmasken werden derzeit verstärkt nachgefragt", hatte ein Sprecher des Apothekerverbands ABDA am Mittwoch gesagt. Von einer starken Nachfrage nach Atemmasken hatte auch der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (PHAGRO) berichtet. Es gebe "erhebliche und umfängliche Lieferengpässe", so Geschäftsführer Thomas Porstner.

Grundsätzlich kann der Elektrokonzern, für den weltweit mehr als 50.000 Mitarbeiter tätig sind, neue und gute Ideen gebrauchen. Die Aktie sackte in den vergangenen drei Jahren um mehr als 70 Prozent ab.

Aber der aktuelle Plan scheint die Anleger nicht unbedingt zu elektrisieren, auch wenn er vielen Verbrauchern gefallen dürfte. Sharp-Titel büßen in Frankfurt mehr als zwei Prozent ein.   

ts