Deutsche Bank-Chef Christian Sewing

Top-Banker setzt ein Zeichen Sewing will bis 2022 Deutsche Bank-Aktien kaufen

Stand: 02.09.2019, 14:29 Uhr

Der Blick auf den Chart dürfte so manchem Deutsche-Bank-Aktionär die Tränen in die Augen treiben. Jetzt bemüht sich das Top-Management aktiv um eine Stabilisierung des Dax-Titels.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing will in den nächsten Jahren einen Teil seines monatlichen Einkommens in den Konzern stecken. Bis Ende Dezember 2022 will er monatlich 15 Prozent seiner Netto-Vorstandsvergütung in Aktien der Deutschen Bank investieren. Insgesamt will er über die Laufzeit von 40 Monaten 850.000 Euro einsetzen. Das geht aus einer Pflichtmitteilung für die Börse hervor.

Bereits kurz nach der Ankündigung der radikalen Umbaumaßnahmen bei der Deutschen Bank Anfang Juli war über entsprechende Pläne Sewings spekuliert worden. Auch Aufsichtsratschef Paul Achleitner hatte Anfang August fast eine Million Euro in Aktien der Deutschen Bank investiert.

Analysten bleiben skeptisch

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
5,43
Differenz relativ
-1,42%

Analysten stehen einer Erholung der Deutschen Bank mehrheitlich skeptisch gegenüber. Im internationalen Vergleich, auch im Vergleich zu anderen europäischen Investment-Banken, steht die Deutsche Bank nicht gut da. Ihre Marktkapitalisierung liegt weit unter der der Konkurrenz.

Mit den Aktienkäufen wollen der Vorstands- und Aufsichtsratschef der Deutschen Bank signalisieren, dass sie voll hinter den Umbaumaßnahmen stehen. Aktienkäufe des Managements gelten als Vertrauensbeweis und können dazu beitragen, den Kurs eines Unternehmens zu stützen. 

Starker Kursverlust

Seit Bekanntgabe der Umbaupläne im Juli hatte sich der Kurs des Dax-Titels zunächst stabilisiert, bevor er Mitte August unter die psychologisch wichtige Marke von 6,00 Euro rutschte und bei 5,78 Euro einen historischen Tiefstand erreichte. Damit verlor das Geldhaus binnen fünf Jahren rund 70 Prozent seines Börsenwertes. 

Bis Ende 2022 will Sewing 18.000 der derzeit gut 90.000 Vollzeitstellen streichen. Das kostet die Bank zunächst sechs Milliarden Euro. Eine Kapitalerhöhung soll es deswegen aber nicht geben.

ms