Christian Sewing als Paketbote

Investorenkonferenz der Deutschen Bank Sewing will liefern

Stand: 06.06.2018, 14:16 Uhr

Nach dem Absturz der Aktie in der vergangenen Woche hat Deutsche Bank-Chef Sewing noch einmal seine Umbaupläne erläutert - und dabei zugegeben, dass noch viel zu tun ist. Zudem bekräftigte er die Finanzstärke des Instituts.

"Wir haben viele Hausaufgaben zu machen", sagte Sewing auf einer Investorenkonferenz des Geldhauses in Berlin. Die Deutsche Bank werde ihre Kosten senken und "liefern". So soll die Zahl der Vollzeitstellen im Konzern von derzeit rund 97.100 auf deutlich unter 90.000 sinken. Ein Großteil des Stellenabbaus soll noch in diesem Jahr erfolgen. Das Aktiengeschäft, vor allem in den Vereinigten Staaten, soll geschrumpft, riskante Geschäfte eingedampft und ganz aufgegeben werden.

Sewing kündigte außerdem an, das Transaction Banking für Unternehmenskunden auszubauen. Dabei handelt es sich um die Dienstleistungen in den Bereichen Zahlungsverkehr und Karten sowie Wertpapier- und Kapitalmarkttransaktionen. Diese Sparte generiert regelmäßige Einnahmen und hat sich bereits in den vergangenen Jahren zu einer der tragenden Säulen des Geschäfts der Bank entwickelt.

Stresstest in den USA

Deutsche Bank-Chef Christian Sewing

Deutsche Bank-Chef Christian Sewing. | Bildquelle: dpa

Der Vorstandschef nutzte zudem die Gelegenheit, erneut die Finanzstärke der Bank zu bekräftigen. Denn dem einstigen Vorzeigeinstitut droht neues Ungemach: Noch in diesem Monat wird die amerikanische Notenbank die Ergebnisse des jüngsten Stresstests veröffentlichen, dem sich die in den USA aktiven Banken seit der Finanzkrise 2008/09 regelmäßig unterziehen müssen.

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Dabei könnte es eng geworden sein für eine Bank, deren US-Geschäft auf der Liste der Problemfälle der Fed steht. Bei der Prüfung stehen nämlich just jene Themen im Mittelpunkt, bei denen die Fed die Deutsche Bank ohnehin kritisch sieht: Kapital, Liquidität und Risikomanagement. Sewing sagte dagegen: "Unsere US-Töchter (...) sind alle sehr gesund". Die Liquiditätsreserven der Bank hätten zuletzt nahe einem historischen Spitzenwert gelegen. "Insgesamt haben wir eine stabile Grundlage, auf der wir aufbauen können."

2016 durchgefallen

Im vergangenen Jahr hatte die Notenbank die Deutsche Bank Trust Corp getestet, eine Einheit des Frankfurter Konzerns, in der das Geschäft mit vermögenden Kunden und die Transaktionsbank - das Zahlungsverkehrsgeschäft - zusammengefasst sind. 2017 bestand diese den Check, 2016 aber nicht: "wegen schwerwiegender ungelöster aufsichtlicher Probleme, die den Kapitalplanungsprozess in kritischer Weise unterminieren".

In der vergangenen Woche hatten Berichte, wonach Aufseher in den USA das US-Geschäft der Deutschen Bank zum Problemfall erklärt haben, die Aktie auf Talfahrt geschickt. Zudem hatte die Ratingagentur Standard & Poor's das langfristige Emittenten-Rating für die Deutsche Bank um eine Stufe heruntergesetzt. Sewing sagte, Standard & Poor's habe vor allem darauf verwiesen, dass die Bank nicht profitabel genug sei.

lg

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