Verzerrtes Bild vom  Eingang zur Konzern-Zentral
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Kurseinbruch Sendestörung bei ProSiebenSat.1

Stand: 09.11.2017, 13:14 Uhr

Das Medienunternehmen leidet weiterhin unter dem unerwartet schwachen TV-Werbemarkt. Probleme in verschiedenen Unternehmensbereichen belasten die Aussichten. Die Börse reagiert verschreckt.

Der Dax-Titel rutschte zu Handelsbeginn gleich einmal ans Index-Ende und verliert aktuell drastische 10,8 Prozent. Dabei hatten viele Beobachter bereits im Vorfeld der Zahlen zum dritten Quartal mit eher pessimistischen Aussagen zum Gesamtjahr des Konzern gerechnet.

Nur noch "leichte" Anstiege

Sie wurden nun bestätigt: ProSiebenSat.1 plant beim Umsatz für 2017 nur noch mit einem Wachstum im einstelligen Prozentbereich. Bislang war man von Zuwächsen "mindestens" im hohen einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Auch beim Betriebsergebnis und dem Überschuss muss man nun zumindest in der Tendenz leicht zurück rudern. Hatte ProSiebenSat.1 bislang noch schlicht einen "Anstieg" beider Kennziffern in Aussicht gestellt, lautet die Formulierung seit Donnerstag nur noch "leichter Anstieg".

Bereits vor einigen Monaten hatte man sich im Unternehmen pessimistisch zu den Umsätzen mit TV-Werbung geäußert. Viele Werbeetats wandern inzwischen zumindest teilweise ins Internet, ProSiebenSat.1 und die RTL Group sind davon in erster Linie betroffen.

Gleichzeitig musste das Unternehmen am Donnerstag einräumen, das die Verschiebung von Produktionen ins kommende Jahr an der Umsatzbilanz nagen werden. Und nicht zuletzt machen auch die "digitalen Unterhaltungsangebote" weiter Sorgen. Zuletzt hatte man sich eher skeptisch zum Geschäft mit der Online-Videothek Maxdome geäußert.

Q3 noch im Rahmen

Das dritte Quartal verlief noch entsprechend den Markterwartungen. Der Umsatz legte um drei Prozent auf 883 Millionen Euro zu. Stärkster und derzeit auch einziger Wachstumstreiber beim Konzern war im Quartal das Geschäft mit Onlineportalen wie Parship oder Flaconi. Beim Betriebsergebnis gab es eine Stagnation 202 Millionen Euro, und der bereinigte Konzernüberschuss stieg um ein Prozent auf 99 Millionen Euro. Damit lag ProSiebenSat.1 sogar einen Hauch über den durchschnittlichen Analystenprognosen.

Aktie auf der schiefen Bahn

Die Aktie des Medienkonzerns hatte in den vergangenen Monaten bereits heftig Federn lassen müssen. Seit Jahresbeginn hat der Titel fast 30 Prozent verloren, während der Dax fast 15 Prozent höher notiert. Eine zwischenzeitliche Kursstabilisierung scheint nun auch schon wieder vorbei zu sein.

AB