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Gewaltiger Gewinneinbruch Selbst Disney+ konnte Disney nicht retten

Stand: 06.05.2020, 07:13 Uhr

Themenparks geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen vor Anker, die Filmproduktion pausiert - die Coronakrise hat die Welt von Walt Disney aus den Angeln gehoben. Im ersten Quartal brach der Gewinn um über 90 Prozent ein.

Der Überschuss ging in den drei Monaten bis Ende März im Jahresvergleich auf 460 Millionen Dollar zurück, wie der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss im kalifornischen Burbank mitteilte. Dabei stiegen die Erlöse dank boomender TV- und Streaming-Angebote um 21 Prozent auf 18 Milliarden Dollar. 

Allerdings verursachte das Streaming-Geschäft mit dem florierenden neuen Videodienst Disney+ auch hohe Kosten. Das Minus der Sparte fiel mit 812 Millionen Dollar mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr.

Seit Mitte März sind zudem alle Themenparks weltweit geschlossen, Kreuzfahrten sind ausgesetzt. Die Kinosäle stehen leer, die Filmproduktion pausiert, Sportevents sind abgesagt.  

Ein optimistischer Chef und viele enttäuschte Anleger

Disneys neuer Vorstandschef Bob Chapek, der im Februar vom langjährigen Konzernlenker Bob Iger übernahm, bemühte sich dennoch um Optimismus: Die Disney-Führung sei jedoch zuversichtlich, die Krise gut zu überstehen und gestärkt aus ihr hervorzugehen. Der Konzern habe schon oft genug gezeigt, dass er "außergewöhnlich belastbar" sei.

 Mit seinen Zahlen blieb Disney allerdings hinter dem ohnehin schon stark erniedrigten Marktkonsens zurück, entsprechend fiel die Aktie im nachbörslichen US-Handel. Dabei missfiel den Anlegern besonders eine Ankündigung von Disney: Der Unterhaltungskonzern will die halbjährliche Dividendenzahlung aufgrund der Belastungen durch die Pandemie auszusetzen.

Für Investoren ist das der nächste Nackenschlag, summieren sich die Kursverluste der Disney-Aktie seit Jahresbeginn doch schon bereits auf 30 Prozent. 

ag