Nikola Two, Truck

Betrug beim E-Lkw-Bauer? SEC prüft Vorwürfe gegen Nikola

Stand: 15.09.2020, 07:40 Uhr

Die zuletzt stark gelaufene Aktie des US-Start-ups hat einen heftigen Dämpfer im nachbörslichen US-Handel am Montag bekommen. Gerüchte, der Elektro-Lkw-Spezialist habe bei der Darstellung seiner Technologie betrogen, Sorgen weiter für Verunsicherung. Nun prüft die US-Börsenaufsicht.

Die SEC wolle die Vorwürfe des Leerverkäufers Hindenburg Research prüfen, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Der Bericht von Hindenburg Research und die Antwort von Nikola hatten die Aktie massiv einbrechen lassen.

Auch die Antwort des Unternehmen wurde von Investoren als zu wenig detailliert betrachtet. Das Unternehmen hatte eine längere Stellungnahme zu den Vorwürfen abgegeben. Nikola bezichtigt den Leerverkäufer Hindenburg Research, der die Vorwürfe erhoben hat, falscher und irreführender Aussagen. Sein Ziel sei es, den Markt zu manipulieren, um Gewinne aus seiner Short-Position zu ziehen. Außerdem habe Hindenburg die Fähigkeiten Nikolas zur Herstellung von Wasserstoff für die brennstoffzellenbetriebenen Lastwagen "unterschätzt", so das Unternehmen laut der Wirtschaftsagentur Bloomberg.

"Komplexer Betrug"

Die Achterbahn-Fahrt der Aktie dürfte erst einmal weitergehen, bis Nikola wieder größeres Vertrauen bei Investoren gefunden hat und die Prüfung der SEC entsprechende Ergebnisse zutage gefördert hat. Der Vorwurf des Börsenbriefes "Hindenburg Research", der vom berüchtigten Leerverkäufer Nate Anderson verantwortet wird, dürfte noch nachhallen. Die Technologie sei ein aufwendig inszenierter komplexer Betrug, hatte es darin geheißen.

Nikola hatte erst in der vergangenen Woche eine weitreichende Partnerschaft mit dem US-Autoriesen GM geschlossen, der die Technik des Elektro-Spezialisten für seine Flotte nutzen will. Nikola hat bis dato keine Umsätze vorzuweisen und nur den Prototyp eines wasserstoffbetriebenen Lasters vorgestellt. Laut dem Leerverkäufer sei dieser für eine Werbekampagne beim "Herunterrollen" von einem Berg gefilmt worden, da er keinen funktionierenden Antrieb habe.

"Unglaublich erfolgreicher Konzeptbeweis"

Nikola dagegen erklärte, der Elektro-Lkw One sei so konstruiert, dass er aus eigenen Antrieb angetrieben und gefahren werden könne. Nikola habe aber nie behauptet, dass er aus eigener Kraft gefahren sei. "Der Nikola One war ein unglaublich erfolgreicher Konzeptbeweis", so Nikola laut Bloomberg.

Shortseller Anderson zufolge hat seine Firma "umfangreiche Beweise gesammelt - darunter Telefonaufnahmen, SMS, private E-Mails und Fotos hinter den Kulissen - die Dutzende Falschbehauptungen von Nikola-Gründer Trevor Milton belegen". Noch nie habe Hindenburg "dieses Level von Irreführung bei einem börsennotierten Unternehmen gesehen".

AB