EY-Studie SDax- und TecDax-Chefs verdienen weniger

Stand: 08.07.2018, 15:02 Uhr

Die Gehälter von Deutschlands Top-Manager wachsen nicht in den Himmel. Im vergangenen Jahr kassierten die Chefs börsennotierter Firmen zwei Prozent weniger Lohn. Nur die Dax-Konzernlenker bekamen mehr Geld.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.331,30
Differenz relativ
+0,99%

Laut einer Studie der Unternehmensberatung EY (früher Ernst & Young) strichen die Chefs der 30 Dax-Konzerne 2017 durchschnittlich rund 5,6 Millionen Euro ein - so viel wie nie. Die Bezüge stiegen um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Top-Verdiener war SAP-Chef Bill McDermott. Er erhielt mit 21,1 Millionen Euro die höchste Vergütung, die ein Vorstandschef im Dax jemals bekam. Damit waren McDermott und die anderen Unternehmenslenker in der obersten deutschen Börsenliga aber die Ausnahme.

Ein Fünftel weniger Geld für TecDax-Konzernlenker

In den unteren Börsenligen sah das Bild anders aus. In den mittelgroßen Unternehmen des MDax erhielten die Vorstandschefs im Schnitt 2,8 Millionen Euro und damit nur etwa genauso viel wie im Jahr zuvor. Deutliche Einbußen von gut 20 Prozent mussten der EY-Studie zufolge die Lenker der 30 TechDax-Firmen hinnehmen. Sie verdienten durchschnittlich knapp 1,9 Millionen Euro. Vorstandsvorsitzende von SDax-Unternehmen kamen auf 1,2 Millionen - 2016 waren es noch knapp 1,4 Millionen Euro gewesen.

MDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.502,64
Differenz relativ
+0,47%
SDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.261,37
Differenz relativ
+0,56%
TecDax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.917,25
Differenz relativ
+1,25%

Anreizsysteme zeigen Wirkung

Unter dem Strich sanken die Gehälter der Chefs aller börsennotierten Firmen in Deutschland um zwei Prozent. Der bei der Mehrzahl der Unternehmen positive Geschäftsverlauf habe nicht automatisch zu kräftigen Gehaltssteigerungen bei den Top-Managern geführt, erläuterte EY. Die Unternehmen hätten sich offenbar ambitionierte Ziele gesetzt, die von der Firmenspitze nicht immer erreicht werden konnten. Jens Massmann, Experte bei EY für Vorstandsvergütungen, sieht die Entwicklung als Beleg der Qualität der Vergütungs- und Anreizsysteme in den Unternehmen.

Gehaltsrankings anderer Beratungsfirmen kommen zu höheren Zahlen. Die Berater von hkp zum Beispiel errechneten, dass die Chefs der Dax-Konzerne 2017 im Schnitt 7,4 Millionen Euro verdienten. EY untersuchte die Gesamtdirektvergütung. Sie setzt sich aus dem fixen Jahresgehalt der Vorstände und variablen Bestandteilen zusammen, die an die Erreichung bestimmter wirtschaftlicher Ziele gekoppelt sind.

Kluft zwischen Chefs und Arbeitnehmer immer größer

Derweil entwickelt sich die Lohnschere zwischen Top-Manager und Otto Normalverdiener immer weiter auseinander. Laut einer von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichten Studie verdienten die Top-Manager im vergangenen Jahr 71-mal so viel wie ein durchschnittlicher Beschäftigter. Im Jahr 2014 war es noch das 57-Fache.

nb

1/8

Die Spitzenverdiener im Dax Vergütungs-Ranking

Bill McDermott

Bill McDermott (SAP)
Der 56-jährige Amerikaner, der nach seinem Augenunfall stets mit dunkler Brille auftritt, ist der absolute Top-Verdiener unter den Dax-Managern. Mit 21,1 Millionen Euro kassierte SAP-Chef Bill McDermott fast sechs Millionen mehr als im Jahr zuvor. Es ist das höchste Gehalt, das jemals an einen Dax-Chef ging.