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Druck auf die Aktie Scout24: Großaktionär macht Kasse

Stand: 05.10.2017, 09:09 Uhr

Beim SDax-Unternehmen versilbert der einstige Besitzer weitere Anteile. Der Abschied auf Raten setzt sich damit fort. Papiere des Internetportal-Betreibers gehen am Donnerstag in die Knie.

Bereits im vorbörslichen Handel wurde der Titel aus dem Nebenwerteindex mit Abschlägen gehandelt, und zum Start des Xetra-Geschäfts verliert die Scout24-Aktie rund drei Prozent und ist damit zweitschwächster Wert im SDax.

Abschied auf Raten

Der Finanzinvestor Hellman & Friedman hatte am Mittwochabend nach Börsenschluss mitgeteilt, zusammen mit der Management-Holding MEP rund zehn Millionen Anteile verkaufen zu wollen. Über mehrere Investmentbanken wurden die Anteile institutionellen Investoren angeboten. Der Preis, der zwischen 34,10 und dem Xetra-Schlusskurs von 35,33 Euro liegt, dürfte alleine schon ein wenig Druck auf die Aktie ausüben. Die Botschaft lautet: Die Anteilseigner wollen raus aus dem SDax-Unternehmen und sind sogar zu Abschlägen bereit.

Der Erlös der Verkaufsaktion wird auf rund 353 Millionen Euro geschätzt. Hellman & Friedman hatte zuletzt noch 23 Prozent an Scout24 gehalten. Durch die Transaktion wird die Beteiligung nun auf rund 14 Prozent fallen.

Der Finanzinvestor hatte Scout24 zunächst zu 70 Prozent von der Telekom erworben und vor rund zwei Jahren an die Börse gebracht. Die Telekom hatte sich von ihren verbliebenen Anteilen erst Ende Juni getrennt und damit rund 320 Millionen Euro erlöst.

Auch Morgan Stanley baut ab

Nach dem Beteiligungsabbau durch Hellman & Friedman wird der Streubesitz bei Scout24 auf annähernd 70 Prozent steigen. An Bord sind noch Blackrock und der Versicherer Standard Life mit größeren Paketen. Einen kleineren Verkauf hatte die US-Bank Morgan Stanley erst am gestrigen Mittwoch bekannt gegeben. Von 3,32 Prozent sank der Anteil nun auf 2,93 Prozent.

Geschäftlich läuft es bei Scout24 durchaus rund: Das SDax-Unternehmen hat seine Umsatz- und Ertragskraft im ersten Halbjahr 2017 weiter gesteigert. So stieg der Konzernumsatz im ersten Halbjahr um 8,1 Prozent auf 233,4 Millionen Euro. Während der Umsatz bei ImmobilienScout24 um 4,6 Prozent im Rahmen der Erwartungen zulegen konnte, konnte AutoScout24 sogar ein Wachstum von 15,1 Prozent vorweisen. Erstmalig nach dem Börsengang im Jahr 2015 und ein Jahr schneller als erwartet hatte Scout 24 im Juni 2017 eine Dividende in Höhe von 0,30 Euro pro Aktie ausgeschüttet.

AB