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Übernahmespekulation beflügelt Scout24 steht zum Verkauf: Aktie sehr gefragt

Stand: 21.01.2019, 19:48 Uhr

Finanzinvestoren interessieren sich massiv für den Online-Marktplatz Scout24. Einem Medienbericht zufolge ist der MDax-Konzern auch selbst auf der Suche nach einem Käufer. Die Anleger hoffen auf jetzt auf attraktive Angebote – die Aktien legen zu.

Mit einem Plus von mehr als fünf Prozent auf über 42 Euro wurden die Titel von Scout 24 zwischenzeitlich gehandelt. Am Ende des Handelstages stand noch ein Plus von gut zwei Prozent auf der Anzeigtafel. Im Juli hatten sie ihr Rekordhoch von 48,62 Euro erreicht. Wenngleich es bereits im Dezember Gerüchte über ein Interesse von Finanzinvestoren gegeben habe, liefere die aktuelle Nachricht den Papieren nun frischen Schwung, erklärte ein Händler.

Das Unternehmen hatte am Freitagabend ein Angebot des Finanzinvestors Hellman & Friedman und Blackstone öffentlich gemacht. Allerdings habe der Vorstand den vorgeschlagenen Preis von 43,50 Euro als unangemessen zurückgewiesen, hieß es in einer Mitteilung von Scout24.

Viele Interessenten

Spekulationen über ein Übernahmeangebot für das seit drei Jahren an der Börse gelistete Unternehmen halten sich seit Mitte Dezember. Damals hatte die „Financial Times“ über ein Interesse des Finanzinvestors Silver Lake berichtet, dem bereits ein Immobilienportal in Großbritannien gehört. Schon damals hieß es, dem Scout24-Vorstand schwebe eine Bewertung von mehr als fünf Milliarden Euro vor.

Der Online-Dienst "TMT Finance" schrieb kürzlich, Scout24 habe die Investmentbank Morgan Stanley engagiert, um mehrere unverlangt eingegangene Übernahmeofferten zu sichten. Unter den Interessenten seien neben Blackstone/Hellman & Friedman die Investoren Permira und EQT, während sich Silver Lake wieder zurückgezogen habe.

Und heute berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zudem unter Berufung auf Finanzkreise, dass Scout24 seinerseits eine strukturierte Käufersuche eingeleitet habe, mit der die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley befasst sei.

Was tut Scout24?

Hellman & Friedman selbst hatte das Unternehmen erst vor drei Jahren für 30 Euro je Aktie an die Börse gebracht. Erst vor elf Monaten trennte sich Hellman & Friedman von den letzten Aktien. Inzwischen sind die Papiere fast komplett im Streubesitz.

Mit Immobilienscout24 ist das Scout24 die Nummer eins unter den Häuser-Portalen in Deutschland, AutoScout24 ist die Nummer zwei bei den Auto-Anbietern. Der Konzern peilte für 2018 einen Umsatz von mehr als einer halben Milliarde Euro an. Immobilienscout24 steht für zwei Drittel des Geschäfts.

ts/rtr/dpa