Schweizer Mobilfunkmarkt

Freenet-Tochter vor Übernahme Schweizer Telekommarkt in Bewegung

Stand: 05.02.2019, 11:47 Uhr

Kurz vor Beginn der neuen Mobilfunkära G5 sortieren sich die Anbieter in Europa. So auch in der Schweiz. Dort steigt offenbar Sunrise zum Herausforderer des Platzhirschs Swisscom auf - und Freenet ist mit an Bord.

Das MDax-Unternehmen Freenet kontrolliert knapp 25 Prozent an Sunrise. Die Aktien von Freenet stiegen am Dienstag mit dem Gesamtmarkt leicht an. Dagegen ging es mit den Papieren von Sunrise, aber auch dem großen Konkurrenten Swisscom leicht rückwärts. Offenbar wollen Anleger zunächst sondieren, welches neue Kräfteverhältnis sich auf dem Schweizer Telekommarkt abzeichnet. So heißt es in einem Bericht der "Financial Times". Die Zeitung beruft sich auf mit der Sache vertraute Personen. Sprecher von Sunrise und UPC wollten sich dazu nicht äußern.

Freenet steht dahinter

Spekuliert wurde lange über einen Zusammenschluss des Schweizer Telekomkonzerns Sunrise und des Kabelnetzbetreibers UPC. Nun laufen die Verhandlungen offenbar auf eine Übernahme von UPC durch Sunrise hinaus. UPC ist ein Kabelnetzbetreiber und Tochter des US-Giganten Liberty Global. Offenbar unterstützt Freenet die mögliche Offerte. Freenet wisse von Gesprächen zwischen Sunrise und UPC aus der Presse, hieß es. Und man halte eine Konsolidierung des Sektors für richtig, würde einen möglichen Deal prüfen und eine Zustimmung sei nicht ausgeschlossen.

Mobilfunkantennen auf dem Beatenberg, Schweiz

Mobilfunkantennen in der Schweiz. | Bildquelle: Imago

Die Kosten für eine Übernahme von UPC beziffern Experten mit sechs bis sieben Milliarden Franken, den Sunrise-Aktionären würde dann wohl eine verwässernde Kapitalerhöhung drohen, die den Aktienkurs weiter belasten dürfte.

Liberty scheut die Investitionen

Der Aufbau des neuen Mobilfunkstandards 5G sorgt in der Schweiz auch deshalb für Marktverschiebungen, weil möglicherweise mit der britischen Vodafone ein großer Anbieter in den Schweizer Markt drängen könnte. Dagegen will sich UPC-Mutter Liberty wohl auch wegen der hohen erforderlichen Investitionen für 5G aus dem Schweizer Markt zurückziehen. Seine Österreich-Tochter hat Liberty bereits an die Deutsche Telekom verkauft. Und die Aktivitäten in Deutschland und Zentraleuropa sollen für knapp 22 Milliarden Dollar an Vodafone gehen.

1&1 will bei 5G direkt mitmischen

Auch in Deutschland wird heftig über Chancen und Risiken des neuen Mobilfunkstandards diskutiert. United Internet-Tochter 1&1 Drillisch will aktiv am 5G-Ausbau teilnehmen und das Netz in Zukunft nicht nur buchen, sondern ein eigenes Netz haben. Laut UI-Chef Ralph Dommermuth wird "mit 5G wird ein neues Kapitel des Mobilfunks aufgeschlagen". Und damit könnte die Mobilfunk-Konkurrenz auch hierzulande wieder größer werden.

United Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
29,37
Differenz relativ
-1,18%
1&1 Drillisch: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
24,06
Differenz relativ
-1,55%

AB