Tim Cook stellt die neue Apple Watch vor

Apple Watch bleibt heiß begehrt Apple verkauft mehr Uhren als die Schweiz

Stand: 06.02.2020, 14:41 Uhr

Nicht nur die Unruhen in Hongkong, sondern auch Apple macht der Schweizer Uhrenindustrie immer mehr zu schaffen. Der Hightech-Riese setzte 2019 fast 31 Millionen Apple Watch ab. Das ist deutlich mehr als die Gesamtabsatz aller Schweizer Uhren.

Laut einem Report der britischen Beratungsfirma Strategy Analytics verkaufte die gesamte Schweizer Uhrenbranche im vergangenen Jahr nur noch 21,1 Millionen Armbanduhren - 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Absatz der Apple Watch wuchs dagegen um 36 Prozent auf 30,7 Millionen Stück.

"Swatch und Tissot verlieren den Smartwatch-Krieg!"

"Traditionelle Schweizer Uhrenhersteller wie Swatch und Tissot verlieren den Smartwatch-Krieg", heißt es in einem Blog-Eintrag von Strategy Analytics. Die Apple Watch liefere "ein besseres Produkt über tief verzweigte Einzelhandelskanäle" und spreche jüngere Verbraucher an, die zunehmend digitale Armbanduhren wünschten. Ob die Schweizer Uhrenhersteller mit ihren Smartwatches die jungen Zielgruppen wieder zurückerobern oder neu gewinnen könnten, sei fraglich. "Die Zeit könnte für Swatch, Tissot, TAG Heuer und andere knapp werden", meinen die Experten von Strategy Analytics.

Nur beim Umsatz sind die Schweizer noch vorn

Bei den Umsätzen dürfte die Schweiz gegenüber Apple die Nase aber noch deutlich vorne haben. Denn hochpreisige Luxusuhren verkaufen sich immer noch gut. 2018 exportierten die Schweizer Uhren im Wert von umgerechnet 19,8 Milliarden Euro. Der offizielle Wert für 2019 liegt noch nicht vor, dürfte aber nach Schätzungen die 20-Milliarden-Euro-Schwelle überschreiten.

So viele Erlöse dürfte Apple mit seinen Smartwatches nicht erzielen. Der iPhone-Hersteller aus Cupertino hat 2019 in der "Wearables"-Sparte zwar einen Umsatz von umgerechnet 24,7 Milliarden Euro erzielt. Zu diesem Geschäftsbereich gehören aber auch andere Produkte wie die populären AirPods-Ohrhörer und die HomePod-Lautsprecher.

Einstiegssegment von Swatch leidet

Von den Umwälzungen in der Uhrenindustrie ist vor allem die Swatch Group betroffen. Zu dem Konzern gehören Luxusmarken wie Breguet, Blancpain, und Omega, aber auch Marken, die sich an Publikum mit weniger Kaufkraft richten wie Tissot, Calvin Klein, Swatch und Flik Flak. Das Einstiegssegment, das Uhren zum Ladenpreis von bis zu 500 Franken und zum Exportpreis von bis 200 Franken umfasst, macht laut einem Bericht von Watson.ch gemessen an den Stückzahlen 56 Prozent am Exportvolumen aus.

Swatch-Chef Nick Hayek hat lange Zeit den Smartwatch-Trend ignoriert und sich aus dem Markt zurückgehalten. Inzwischen haben die Marken Swatch und Tissot aber nachgezogen und intelligente Modelle mit Sport- und Wetterfunktionen auf den Markt gebracht. Momentan entwickelt der Swatch-Konzern ein eigenes Betriebssystem für Smartwatches. Wann die erste Smartwatch mit diesem Betriebssystem kommt, ist noch unklar.

Die Aktien von Swatch sind seit Monaten unter Druck - nicht nur wegen Apple, sondern vor allem wegen der Unruhen in Hongkong und der wegbleibenden Luxustouristen. Nun dämpft auch noch das Corona-Virus die Shopping-Lust der Chinesen.

nb