Hand mit kleinem Beutel und

Super Turnaround Schoeller-Bleckmann: Mehr als das bisschen Dividende

Stand: 16.01.2018, 10:58 Uhr

Der österreichische Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann wird wieder eine Dividende ausschütten. Aber nur eine winzig kleine. Als Dividenden-Aktie taugt SBO damit zwar immer noch nicht. Als Wachstums-Titel dafür aber umso mehr.

50 Cent je Aktie sollen Aktionäre von Schoeller-Bleckmann für das Geschäftsjahr 2017 erhalten, kündigte der Ölfeldausrüster am Dienstag bei Präsentation der vorläufigen Jahreszahlen in Wien an. Beim derzeitigen Aktienkurs von 89,60 Euro entspricht dies einer aktuellen Dividendenrendite von 0,56 Prozent.

Das ist nichts, mit dem man Dividendenjäger heutzutage hinter dem Ofen hervorlocken könnte. Doch die Aktie von Schoeller-Bleckmann weiß mit ganz anderen Vorzügen zu begeistern.

Die Wende kam im August

Schließlich setzt sich die Gesamtrendite einer Aktienanlage aus der Dividenden-Rendite und der Kurs-Rendite zusammen. Und mit der Kursentwicklung ging es bei SBO zuletzt rasant bergauf:

Seit dem Tief im August bei 52,59 Euro schnellte die im Wiener Leitindex ATX notierte Aktie bis auf 93,95 Euro im Januar in die Höhe. Das ist ein Kursplus von 79 Prozent in der Spitze. Mit dem Anstieg über das markante Doppel-Hoch von Ende 2016/Anfang 2017 sandte SBO jüngst ein positives technisches Signal.

Auftragseingang verdoppelt

Der Chart wusste auch in diesem Fall mal wieder mehr: Die heute veröffentlichten vorläufigen Jahreszahlen liefern eine fundamentale Bestätigung des anhaltenden Aufwärtstrends der Aktie.

Dank des Aufschwungs in Nordamerika legte der Umsatz um 78 Prozent zu auf 322 Millionen Euro. Der Auftragseingang konnte sich mit einem Plus von 101 Prozent auf 340 Millionen Euro sogar verdoppeln.

Schoeller-Bleckmann-Mitarbeiter

Ein Schoeller-Bleckmann-Mitarbeiter bei der Arbeit; SBO beschäftigte zuletzt 309 Mitarbeiter in Österreich, 757 in Nordamerika. | Bildquelle: Unternehmen

Rückkehr in die schwarzen Zahlen

Operativ kehrten die Österreicher in die schwarzen Zahlen zurück: Das Betriebsergebnis (Ebit) kam auf 25 Millionen Euro nach einem historisch negativen Ergebnis von minus 58,3 Millionen Euro im Jahr 2016.

Ohne Berücksichtigung von Optionsbewertungen betrug das Ergebnis vor Steuern 17 Millionen Euro, das vergleichbare Ergebnis des Vorjahres lag bei minus 62,3 Millionen Euro.

Noch ein Trump-Profiteur

Auch der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr fällt angenehm aus. Demnach rechnet SBO weiterhin mit einer brummenden Nachfrage aus Nordamerika. "Wir starten mit erfreulichem Rückenwind ins neue Jahr", sagte Konzernchef Gerald Grohmann am Dienstag zur Nachrichtenagentur Reuters.

Neben dem höheren Ölpreis profitiere das Unternehmen auch von der neuen US-Steuergesetzgebung. In Nordamerika erzielt SBO rund zwei Drittel des Geschäftes.

ag

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US-Steuereffekte für deutsche Konzerne Unternehmen passen Gewinnerwartungen an

<b>FMC</b><br />Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) ist mit seinen Dienstleistungen rund um die Blutwäsche massiv in den USA vertreten. FMC rechnet dank der Senkung der Steuersätze mit einem einmaligen Buchgewinn von rund 200 Millionen Euro in diesem Jahr. Dieser ergebe sich insbesondere aus der Neubewertung passiver latenter Steuern, teilte das Dax-Unternehmen am Freitagabend in Bad Homburg mit. Weitere positive Effekte dürften aber auch im laufenden Geschäft durch die geringere Steuerbelastung folgen.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

FMC
Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) ist mit seinen Dienstleistungen rund um die Blutwäsche massiv in den USA vertreten. FMC rechnet dank der Senkung der Steuersätze mit einem einmaligen Buchgewinn von rund 200 Millionen Euro in diesem Jahr. Dieser ergebe sich insbesondere aus der Neubewertung passiver latenter Steuern, teilte das Dax-Unternehmen am Freitagabend in Bad Homburg mit. Weitere positive Effekte dürften aber auch im laufenden Geschäft durch die geringere Steuerbelastung folgen.