Pharma

Krebsmedikament Opdivo von Bristol-Myers Squibb

Rückschlag im Kampf gegen Krebs Schock von Bristol-Myers

Stand: 08.08.2016, 13:05 Uhr

Seit Jahren schürt die Immuntherapie große Hoffnung im Kampf gegen Krebs. Der US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb musste jetzt jedoch einen Rückschlag vermelden - sehr zum Verdruss der Anleger.

Im nachbörslichen Handel an der Wall Street ist die Bristol-Aktie am Freitag um 16 Prozent abgestürzt, von 75 auf 63 Dollar. Damit wurden auf einen Schlag 20 Milliarden Dollar an Wert vernichtet - dies entspricht in etwa dem derzeitigen Börsenwert der Deutschen Bank.

Was war passiert? Bristol-Myers Squibb musste einräumen, dass der in seinen Laboren entwickelte Wirkstoff Opdivo bei Patienten mit Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium nicht besser wirkt als herkömmliche Mittel. Das immuntherapeutische Medikament war im vergangenen Jahr für die Behandlung von Patienten zugelassen worden, bei denen eine Chemotherapie nicht anschlug. In Studien sollte dann untersucht werden, ob das Mittel auch bei bislang unbehandelten Erkrankten wirkt.

Hoffnungen zerplatzt

Für die Anleger war die Nachricht ein Schock, hatten sie doch große Erwartungen in den neuen Wirkstoff gesetzt und die Aktie von Bristol-Myers entsprechend verteuert. Zudem gilt der Pharmakonzern bisher als führendes Unternehmen im Bereich der Krebsimmuntherapie. Und Opdivio hatte den Ruf eines potenziellen Blockbusters.

Bisher erwirtschaftete Opdivo einen Quartalsumsatz von 840 Millionen Dollar, während es bei Keytruda nur 314 Millionen Dollar sind. Beide Medikamente sind auch zur Behandlung von schwarzem Hautkrebs, dem malignem Melanom, im fortgeschrittenen Stadium zugelassen.

Blicke gehen nach Merck & Co

Nun sind die Hoffnungen auf weitere Umsatzzuwächse zerstoben und 20 Milliarden Dollar futsch. Doch des einen Leid sind des anderen Freud.

So ging es für die Aktien des Konkurrenten Merck & Co um fünf Prozent aufwärts. Er hat mit Keytruda ein ähnliches Lungenkrebsmittel im Angebot. Eine Studie hatte jüngst ergeben, dass Keytruda auch für die Erstbehandlung geeignet ist. Investoren hoffen deswegen, dass das Mittel bald eine erweiterte Zulassung bekommt. Die gesamten Ergebnisse der Studie sind aber noch nicht veröffentlicht worden.

lg