Disney-Produktion Captain America
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Medienfusion auf der Zielgeraden Schnappt sich Disney 21st Century Fox?

Stand: 06.12.2017, 07:35 Uhr

Bereits in der kommenden Woche könnte der Mega-Deal in der US-Medienbranche verkündet werden: Laut Medienberichten will Disney sich große Teile von Rupert Murdochs 21st Century Fox einverleiben.

Es wäre wohl ein Deal in beiderseitigem Interesse: Laut dem US-TV-Sender CNBC will Disney rund 60 Milliarden Dollar auf den Tisch legen und sich dafür Zugriff auf wichtige Teile des vom Medienmogul Murdoch gesteuerten Unternehmens sichern. Dazu gehören laut dem Bericht die traditionsreichen Hollywood-Studios sowie eine Reihe von TV-Sendern.

Jetzt wird's konkret?

Während Disney damit sein Film- und TV-Geschäft ausbaut, geht es Fox offenbar darum, sich voll auf seine Sport- und Nachrichtenkanäle zu konzentrieren. Beide Unternehmen hatten bereits seit längerer Zeit Verhandlungen geführt, diese zunächst ergebnislos abgebrochen und nun wieder aufgenommen.

Laut CNBC könnte ein Angebot von Disney bereits in der kommenden Woche auf dem Tisch liegen. Damit würde das Medienunternehmen auf den Kabelnetzbetreiber Comcast ausstechen, der ebenfalls an einem Einstieg ins Film- und Fernseh-Geschäft interessiert ist.

Aktien kommen in Bewegung

Die Aktien von Disney fielen am Abend an der Wall Street leicht um ein Prozent, während Fox-Papiere 3,5 Prozent zulegen. Ein klares Zeichen dafür, das der Markt tatsächlich bald eine offizielle Offerte erwartet.

Dagegen steckt eine noch größere Fusion im US-Mediensektor erst einmal fest: Das US-Justizministerium will Klage gegen die Übernahme von Time Warner durch den Telekomriesen AT&T einreichen. Pikantes Detail: Zu Time Warner gehört der vom US-Präsidenten geschmähte Sender CNN.

Will Trump den Time-Warner-Deal verhindern?

Die US-Administration befürchtet als Folge der Fusion höhere Preise für Kunden und Konkurrenten sowie eine Verzögerung beim Ausbau von Online-Angeboten der beiden Unternehmen. Fußnote dabei: US-Präsident Donald Trump hat den zu Time Warner gehörenden Nachrichtensender CNN wiederholt kritisiert und als "fake news" bezeichnet. Laut der Nachrichtenagentur "Bloomberg" will die Regierung die Übernahme nur unter der Auflage gestatten, dass sich Time Warner von CNN trennt.

Zu Time Warner gehören auch der Kabelsender HBO und die Warner Bros. Filmstudios. Für den Telekom-Riesen AT&T sollte die Übernahme nicht nur der Zugriff auf Medienproduktion und -verbreitung sein, sondern das Unternehmen auch stärker unabhängiger vom hart umkämpften Mobilfunkmarkt machen. Das im Raum stehende Übernahmeangebot beläuft sich auf rund 84 Milliarden Dollar.

AB