Klöckner & Co-Schild vor der Unternehmenszentrale in Duisburg
Audio

Spekulationen Schluckt Thyssenkrupp Klöco?

Stand: 23.08.2019, 14:34 Uhr

Der Stahlkonzern Thyssenkrupp hat offenbar ein Auge auf den Stahlhändler Klöckner & Co. (KlöCo) geworfen. Dessen Aktie klettert daraufhin auf länger nicht mehr gesehene Höhen.

Die Aktien des Duisburger Unternehmens sprangen im elektronischen Handelssystem Xetra um bis zu 18 Prozent auf 5,69 Euro nach oben. Zuletzt notierten die Papiere des SDax-Mitglieds Anfang Mai so hoch, waren aber in den Wochen danach wegen Konjunktursorgen kräftig unter Druck geraten.

"Handelsblatt" und...

Thyssenkrupp: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12,71
Differenz relativ
-1,43%

Quelle für die Spekulationen ist ein "Handelsblatt"-Bericht unter Berufung auf Insider der Branche. "Das Vorhaben ist sehr konkret und hat gute Chancen, umgesetzt zu werden", zitierte das Blatt eine Quelle im Umfeld der Verhandlungen. Thyssenkrupp wollte sich nicht dazu äußern. KlöCo war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

... Reuters sind gut informiert

Beide Seiten seien miteinander im Gespräch, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Das Ergebnis sei aber völlig offen. Ein mit der Strategie von Thyssenkrupp vertrauter Insider sagte, der Konzern habe im Moment alle Hände voll zu tun, um den geplanten Börsengang der Aufzugssparte zu organisieren. Ein bevorstehender Deal mit KlöCo wäre daher sehr überraschend.

Zuletzt hatte insbesondere der Chef von KlöCo Gisbert Rühl Spekulationen betont, dass sein Unternehmen Interesse an Teilen der Stahlhandelssparte von Thyssenkrupp habe. "Wir sind grundsätzlich bereit, bei der Konsolidierung der Thyssenkrupp-Sparte Materials Services eine Rolle zu spielen", hatte er erst Ende Juli gesagt.

"Stahl AG" mit Salzgitter?

Das "Handelsblatt" brachte darüber hinaus eine Fusion von Thyssen mit dem Stahlkonzern Salzgitter ins Gespräch. Der Thyssen-Vorstand werde sich wohl mit der Idee einer "Deutschen Stahl AG" beschäftigten. Die Vorteile seien immens, mit Einsparungen im mittleren dreistelligen Millionen-Euro Bereich, zitiert das Blatt Brancheninsider. Der Stahlmarkt leidet derzeit weltweit unter einer geringen Nachfrage, Überkapazitäten und niedrigen Preisen.

Salzgitter trat solchen Spekulationen aber am Freitag entgegen. "Es gibt definitiv keine Gespräche über einen Zusammenschluss", sagte eine Sprecherin.

ME