Adidas-Logo und -Streifen
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Rechtsstreit um Drei-Streifen-Marke Schlappe für Adidas

Stand: 19.06.2019, 10:35 Uhr

Dürfen demnächst auch Konkurrenten Sneakers verkaufen, auf denen das bekannte Drei-Streifen-Logo prangt? Der Sportartikelhersteller Adidas hat jedenfalls einen Rechtsstreit um eine bestimmte Ausführung seiner Drei-Streifen-Marke verloren.

Die Sache ist kompliziert, doch die Entscheidung des EU-Gerichts eindeutig: Adidas habe nicht nachgewiesen, so die Richter, dass das Zeichen aus drei parallelen, in beliebiger Richtung angebrachten Streifen in der gesamten EU bei den Verbrauchern genug Unterscheidungskraft erlangt habe.

Viele von Adidas vorgelegte Beweise seien ungültig, da sie etwa umgekehrte Farbschemata aufwiesen - weiße Streifen auf schwarzem Hintergrund anstatt schwarze Streifen auf weißem Hintergrund.

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Die Richter des Gerichts der Europäischen Union in Luxemburg bestätigen damit eine Entscheidung des Amtes der EU für geistiges Eigentum (EUIPO) von 2016. Damals hatte eine belgische Firma gegen die Eintragung geklagt. Das EUIPO hatte dem Antrag von Adidas auf Markenschutz des Symbols 2014 zunächst stattgegeben.

Schutz unberührt

Theoretisch ist nun noch der Weg zum ebenfalls in Luxemburg ansässigen Europäischen Gerichtshof (EuGH) möglich. Eine Adidas-Sprecherin erklärte, dass es bei dem Fall nur um eine bestimmte Ausführung der Drei-Streifen-Marke gehe. Um welche Variante es sich dabei handelt, erklärte Adidas zwar nicht, doch der umfangreiche markenrechtliche Schutz, der für die drei Streifen in unterschiedlichen Formen in Europa bestehe, bleibe unberührt.

Am Morgen war Adidas in den Blick der Anleger geraten, weil der ehemalige UEFA-Präsident Michel Platini vorübergehend in Gewahrsam der französischen Polizei geraten war. Adidas gehört zu den Hauptsponsoren des Weltverbandes FIFA, der Europäischen Fußball-Union UEFA sowie von WM- und EM-Turnieren.

Aktie geht die Luft aus

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tagesschau24 Mittagsbericht vom 19.06.2019

Der Aktie von Adidas ist trotzdem die Luft ausgegangen, nachdem sie zuvor auf ein Rekordhoch von 274,85 Euro gestiegen war. Die Papiere des Sportartikelherstellers fielen zuletzt um 1,21 Prozent auf 270,00 Euro. Im bisherigen Jahresverlauf sind sie mit einem Plus von 48 Prozent mit Abstand bester Dax-Wert vor dem Softwarekonzern SAP, dessen Anteilsscheine es auf plus 35 Prozent bringen.

Mit Blick auf die Analystenmeinungen sieht es bei Adidas weiterhin gut aus: Hier sehen noch einige Experten Potenzial, am optimistischen ist die australische Bank Macquarie mit einem Ziel von 300 Euro.

lg