HeidelbergCement-Silozug
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Aktie im Aufwind Gelingt HeidelbergCement die Wende?

Stand: 08.11.2018, 10:25 Uhr

Bislang war es kein gutes Jahr für den Baustoffkonzern HeidelbergCement. Hohe Energiekosten zerstören, was der Bauboom einbringt. Jetzt reagiert das Management mit scharfen Sparmaßnahmen, auch ein Aktienrückkaufprogramm ist geplant.

Mit einem Aufschlag von zeitweise fast acht Prozent führen die Titel von HeidelbergCement den Dax an. Die Aktie kann frischen Schwung auch dringend gebrauchen, denn im Verlauf der vergangenen zwölf Monate sackte sie um mehr als 25 Prozent ab. Zuletzt hatte der Konzern Mitte Oktober das Jahresziel für das operative Ergebnis kassiert.

Die Zahlen des dritten Quartals fielen nun besser aus, als Experten befürchtet hatten. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Währungseffekte wären die Erlöse sogar um zehn Prozent gestiegen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um zwei Prozent auf 1,04 Milliarden Euro zurück. Hier belasteten vor allem höhere Energiekosten und die starken Regenfälle in den USA.

Unterm Strich blieb für die Aktionäre aber ein Gewinn von 539 Millionen Euro. Das waren zwölf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dazu trugen unter anderem geringere Finanzierungskosten und niedrigere Steuern bei.

Lob für Maßnahmenpaket

Der Baustoffkonzern tritt deshalb auf die Kostenbremse. In den kommenden beiden Jahren sollen in Vertrieb und Verwaltung 100 Millionen Euro eingespart werden. Die Investitionen sollen in dem Zeitraum zugleich auf 350 Millionen Euro jährlich begrenzt werden - im Vergleich zu gut einer Milliarde 2018. Details sollen zur Veröffentlichung der Jahresbilanz 2018 im März bekanntgegeben werden.

Der Dax-Konzern stellte zudem Aktienrückkäufe für Mitte 2019 in Aussicht. "In Anbetracht der schwächer als erwarteten operativen Ergebnisentwicklung ergreifen wir einschneidende Maßnahmen, um Gewinne und Cashflow zu stärken", erklärte Vorstandschef Bernd Scheifele.

HeidelbergCement-Chef Bernd Scheifele

Bernd Scheifele. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die Ergebnisse des dritten Quartals seien nach der jüngsten Prognosesenkung erwartungsgemäß ausgefallen, lobenswert seien aber neue Einsparungspläne und Aussagen zu einem möglichen Aktienrückkauf, zeigte sich Analyst Patrick Creuset von Goldman Sachs in optimistisch. Die Kosteninitiative und einen erwogenen Verkauf weiterer Geschäftsteile wertete Analyst Norbert Kretlow von der Commerzbank grundlegend positiv. Er sieht daraus aber nur wenig Steigerungspotenzial für die Profitabilität.

ts