Kugellager von Schaeffler

Nach Gewinneinbruch Schaeffler lässt den Fuß auf der Bremse

Stand: 07.11.2018, 13:23 Uhr

Wegen der schlechter laufenden Automobilmärkte in China hatte der Autozulieferer Schaeffler bereits Ende Oktober eine Gewinnwarnung herausgegeben. Jetzt sollen die Kosten stärker in den Fokus rücken.

"Was jetzt zählt ist Kosten- und Kapitaldisziplin", sagte Vorstandschef Klaus Rosenfeld bei der Vorlage der Zahlen. In den vergangenen sieben Wochen habe sich die Lage der globalen Automobilindustrie insbesondere in China und Europa weiter verschlechtert. Auch wenn Schaeffler einen Teil dieser Verschlechterung durch das Industriegeschäft ausgleichen könne, sei es notwendig, möglichst vorausschauend und umsichtig zu handeln.

Daher auch die in der vergangenen Woche ausgesprochene Gewinnwarnung. Danach rechnet die Schaeffler Gruppe nunmehr für das Jahr 2018 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von vier bis fünf Prozent (vorher fünf bis sechs Prozent), einer Ebit-Marge vor Sondereffekten von 9,5 bis 10,5 Prozent (vorher 10,5 bis 11,5 Prozent) und einem Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten von rund 300 Millionen Euro (vorher rund 450 Millionen Euro).

Vorläufige Zahlen bestätigt

Am Vortag hatte Schaeffler bekanntgegeben, zwei Werke in Großbritannien auch wegen des Brexit mittelfristig schließen zu wollen. Schaefflers größte Sparte ist das Geschäft mit Zulieferungen für die Automobilindustrie. Mit den Problemen ist das Unternehmen nicht allein, zahlreiche Zulieferer und Hersteller mussten in diesem Jahr unter anderem wegen des Zollstreits zwischen den USA und China die Prognosen senken, weil sich die chinesischen Autokäufer aus Unsicherheit derzeit zurückhalten.

Klaus Rosenfeld

Klaus Rosenfeld. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Die bereits bekannten vorläufigen Zahlen zum dritten Quartal bestätigten die Franken. Der Umsatz kletterte um 2,5 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro, das um Sondereffekte bereinige Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank um 14,7 Prozent auf 355 Millionen Euro.

Aktie dreht ins Minus

Für Rosenfeld sind die Zahlen ein erneuter Beweis, wie wichtig es ist, dass Schaeffler sowohl ein Automobil- als auch ein Industriezulieferer ist. "Während unser Automotive OEM-Geschäft von der schwachen Marktentwicklung in China betroffen ist, hat sich unser Industriegeschäft auch im dritten Quartal weiter positiv entwickelt."

An der Börse sorgen die Aussagen für ein Wechselbad der Gefühle. Nach anfänglichen Kursgewinnen ist die Schaeffler-Aktie am frühen Nachmittag ins Minus gedreht. Damit hat das Papier in diesem Jahr fast die Hälfte seines Wertes eingebüßt.

lg