Autozulieferer

 Georg F. W.  Schaeffler und Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann

94 Millionen Aktien verkauft Schaeffler: Jetzt werden Schulden abgebaut

Stand: 05.04.2016, 13:51 Uhr

Seit der Beteiligung am Dax-Konzern Continental ächzt Schaeffler unter einer milliardenschweren Schuldenlast. Um die abzubauen, hat der Autozulieferer jetzt seine Vorzugsaktien verkauft.

Wie das fränkische Unternehmen am Morgen mitteilte, seien die 94,4 Millionen Vorzugspapiere zum Preis von je 13,10 Euro bei Investoren untergebracht worden. Händlern zufolge hatte Schaeffler die Papiere in einer Spanne von 13,10 bis 13,50 Euro angeboten, der erzielte Preis liegt damit am unteren Ende. Der Preis liegt knapp sechs Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Montag. Die Schaeffler-Aktie gab daher im frühen Handel um 7,2 Prozent nach.

Es handelt sich dabei um die Aktien, die Georg Schaeffler und seine Mutter schon vor sechs Monaten im Zuge des Börsengangs loswerden wollten. Die Emission war im Herbst wegen der schwankenden Börsen aber verkleinert worden. Nun nutzten sie die erste Gelegenheit, das Paket abzustoßen.

Beim Börsengang im vergangenen Oktober hatte der Ausgabepreis der Vorzugsaktien allerdings mit 12,50 Euro unterhalb des heutigen Platzierungspreises gelegen.

Idealer MDax-Kandidat

Mit dem Erlös wollen die Schaefflers, die zu den reichsten Familien in Deutschland gezählt werden, ihren milliardenschweren Schuldenberg abbauen. Sie halten über die Schaeffler Holding immer noch 75,1 Prozent des Grundkapitals der Schaeffler AG. Alle stimmrechtslosen Vorzugsaktien sind nun im Streubesitz. Sie umfassen 24,9 Prozent des Grundkapitals. Die Holding ist darüber hinaus mit einem Anteil von 46 Prozent Hauptaktionärin des Reifenherstellers Continental.

Aus Sicht der Analysten dürfte der Aktienverkauf für Schaeffler positive Auswirkungen haben. Da nun mehr Aktien frei handelbar sind als vorher, sei das Unternehmen ein optimaler MDax-Kandidat. Die Index-Experten Petra von Kerssenbrock von der Commerzbank und Uwe Streich von der LBBW rechnen mit einem Aufstieg der aktuell im SDax notierten Schaeffler-Aktie im Juni. Bereits im Mai dürfte Schaeffler laut Kerssenbrock von aktuell Rang 49 in den Bereich von Rang 21 hochrücken, wodurch sich dann auch der Börsenumsatz weiter verbessern sollte.

Schaeffler hatte sich bei der Übernahme von Conti zu Beginn der Finanzkrise 2008 um ein Haar verhoben. Die Franken drückten daraufhin gut zwölf Milliarden Euro an Schulden, aufgeteilt auf die übergeordnete Holding und die für das laufende Geschäft zuständige Schaeffler AG. Sie werden seitdem sukzessive abgebaut, zuletzt betrug der Schuldenstand 4,9 Milliarden Euro.

lg

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